Goldman Sachs meldete in seiner Form-13F-Einreichung für das vierte Quartal 2025 bei der US-Börsenaufsichtsbehörde Securities and Exchange Commission (SEC) ein Engagement in digitalen Vermögenswerten von mehr als 2,36 Milliarden US-Dollar. Die Offenlegung zeigt Allokationen in Bitcoin, Ethereum, XRP und Solana über börsengehandelte Fonds (ETFs), wobei Kryptowährungen rund 0,33 % des gemeldeten Investmentportfolios ausmachen.

Die Einreichung weist ein Engagement von rund 1,1 Milliarden US-Dollar in Bitcoin-ETFs sowie etwa 1,0 Milliarde US-Dollar in Ethereum-ETFs aus. Darüber hinaus meldete die Bank neue Positionen in XRP- und Solana-ETFs im Wert von etwa 152 Millionen US-Dollar beziehungsweise 109 Millionen US-Dollar. Die Struktur deutet auf eine Strategie hin, die auf regulierte Produkte statt auf direkte Verwahrung von Token setzt.

Goldman Sachs verwaltet rund 3,6 Billionen US-Dollar an Vermögenswerten für institutionelle und private Kunden. Das Unternehmen ist in den Bereichen globaler Handel, Vermögensverwaltung und Beratung tätig, weshalb seine Portfoliooffenlegungen an den Finanzmärkten aufmerksam verfolgt werden.

Portfolioanpassungen spiegeln Marktrückgang Ende 2025 wider

Das vierte Quartal brachte eine breite Korrektur an den Kryptomärkten. Bitcoin fiel von etwa 114.000 US-Dollar Ende September 2025 auf rund 88.400 US-Dollar zum Jahresende. Ether sank im gleichen Zeitraum von etwa 4.140 US-Dollar auf ungefähr 2.970 US-Dollar.

Die ETF-Zuflüsse spiegelten diese Preisbewegungen wider. Spot-Bitcoin-ETFs verzeichneten im Quartal Nettoabflüsse von 1,15 Milliarden US-Dollar, während Ether-ETFs laut Daten von SoSoValue Nettoabflüsse von etwa 1,46 Milliarden US-Dollar meldeten.

Goldman Sachs reduzierte seine Positionen in beiden Vermögenswerten im selben Zeitraum. Die Einreichung zeigt einen Rückgang der Anteile an Spot-Bitcoin-ETFs um 39,4 % sowie einen Rückgang der Spot-Ether-ETF-Bestände um 27,2 % im Vergleich zum dritten Quartal. Die Bank hielt ihre Exponierung aufrecht, passte jedoch die Allokationshöhe an die veränderten Marktbedingungen an.

Gleichzeitig eröffnete das Unternehmen Positionen in XRP- und Solana-ETFs, die während des Quartals aufgelegt wurden. Dieser Schritt erweiterte das Engagement über die beiden größten Krypto-Assets hinaus, während der Zugang weiterhin über ETFs erfolgte.

XRP-ETF-Engagement und frühe Fondsdynamik

Die XRP-Allokation von Goldman Sachs beläuft sich über ETF-Produkte auf rund 152 Millionen US-Dollar. US-Spot-XRP-ETFs halten insgesamt mehr als 1,04 Milliarden US-Dollar an Nettovermögen und verzeichneten in den ersten 56 Handelstagen lediglich vier Tage mit Abflüssen, basierend auf Zahlen von SoSoValue.

Der ETF-Ansatz bietet ein Engagement innerhalb einer Struktur, die den Anforderungen an Compliance und Liquidität entspricht. Die Bank nähert sich dem Kryptomarkt weiterhin über regulierte Anlagevehikel und strukturierte Produkte.

Nahezu 90 % der Krypto-Allokation konzentrieren sich weiterhin auf Bitcoin und Ethereum. Diese Verteilung signalisiert einen Fokus auf Vermögenswerte mit tieferer Liquidität und ausgereifter institutioneller Infrastruktur, während kleinere Positionen den Zugang zu neueren ETF-Märkten ermöglichen.

Langer Wandel von Skepsis zu Beteiligung

Goldman Sachs vertrat jahrelang eine skeptische Haltung gegenüber Bitcoin. Vor 2020 beschrieben interne Analysen und öffentliche Stellungnahmen den Vermögenswert als spekulativ, mit begrenzter Funktion als Geld und ohne intrinsische Cashflows. Das Unternehmen hob Volatilität und regulatorische Risiken hervor und vermied es, Kryptowährungen als geeignet für konservative Portfolios darzustellen.

Diese Haltung änderte sich mit dem wachsenden institutionellen Interesse in den Jahren 2020 und 2021. Goldman nahm seinen Krypto-Handel wieder auf, erweiterte den Zugang zu Derivaten und erkannte in Forschungsberichten Bitcoins potenzielle Rolle als Inflationsschutz an. Dennoch vermied das Unternehmen, Bitcoin als zentrale Anlageklasse zu bezeichnen.

Der Krypto-Markteinbruch im Jahr 2022 verstärkte die Bedenken hinsichtlich Infrastruktur- und Gegenparteirisiken. In späteren Mitteilungen betonte die Bank operative Schutzmaßnahmen und Compliance-Rahmenwerke.

Die jüngste Aktivität zeigt einen vorsichtigen, aber kontinuierlichen Ansatz. Goldman beteiligt sich über ETFs, strukturierte Produkte und Tokenisierungsinitiativen. Diese Strategie begrenzt Risiken, während sie gleichzeitig Marktexponierung aufrechterhält.

Allokationsstruktur unterstreicht institutionelle Prioritäten

Die Portfoliozusammensetzung zeigt nahezu gleiche Engagements in Bitcoin und Ethereum, trotz eines großen Unterschieds in der Marktkapitalisierung der beiden Vermögenswerte. Diese Entscheidung weicht von einer strikten Gewichtung nach Marktkapitalisierung ab und spiegelt eine Allokationslogik wider, die sich an Liquidität, Infrastruktur und institutioneller Nachfrage orientiert.

Das Unternehmen reduzierte seine BTC- und ETH-ETF-Bestände im vierten Quartal, behielt jedoch große Positionen bei. Der Rückgang bei Ether fiel geringer aus als bei Bitcoin. Das Portfolio bleibt auf die beiden größten Vermögenswerte konzentriert, testet jedoch zugleich neuere ETF-Märkte wie XRP und Solana.

Das gesamte Investmentportfolio von Goldman belief sich im gleichen Berichtszeitraum auf rund 811,1 Milliarden US-Dollar. Das Krypto-Engagement bleibt im Verhältnis dazu gering, was die Allokation als maßvolle Beteiligung und nicht als Kernstrategie positioniert.

Institutioneller Einstieg erfolgt weiter über regulierte Produkte

Die Beteiligung der Wall Street am Kryptomarkt hat sich zunehmend auf ETFs, Derivate und Tokenisierungsprojekte verlagert. Der Fokus liegt auf Compliance, Liquidität und Kundennachfrage. Große Finanzinstitute nutzen häufig regulierte Vehikel, um in volatile Märkte einzusteigen.

Die Einreichung für das vierte Quartal verdeutlicht diesen Ansatz. Goldman reduzierte sein Engagement während eines Abschwungs, eröffnete neue ETF-Positionen und hielt gleichzeitig Kernallokationen in etablierten Vermögenswerten aufrecht. Dieses Muster spiegelt ein Gleichgewicht zwischen Risikokontrolle und Marktzugang wider.

Portfoliooffenlegungen großer Banken prägen häufig die Erwartungen hinsichtlich der institutionellen Marktstimmung. Die jüngste Einreichung unterstreicht einen stetigen Übergang von Skepsis zu strukturierter Beteiligung, wobei Allokationsentscheidungen stärker von Regulierung, Infrastruktur und Kundennachfrage als von kurzfristiger Preisdynamik bestimmt werden.

Britische Zentralbank startet Synchronisation Lab zum Test tokenisierter Abwicklung | HODLFM.DE
Die Bank of England testet im Synchronisation Lab tokenisierte…
hodl-post-image

Haftungsausschluss: Alle Materialien auf dieser Seite dienen nur zu Informationszwecken. Keines der Materialien sollte als Anlageberatung interpretiert werden. Bitte beachten Sie, dass trotz der Art vieler Materialien, die auf dieser Website erstellt und gehostet werden, HODLFM.DE keine Finanzreferenzressource ist und die Meinungen von Autoren und anderen Mitwirkenden ihre eigenen sind und nicht als finanzielle Beratung aufgefasst werden sollten. Wenn Sie eine solche Beratung benötigen, empfiehlt HODLFM.DE dringend, sich an einen qualifizierten Fachmann der Branche zu wenden.