Silber sprang am Montag auf ein Rekordhoch und erreichte kurzzeitig 117 US-Dollar je Feinunze, bevor es sich bis zum späten US-Handel wieder in Richtung 105 US-Dollar zurückzog, wie Daten von TradingView zeigen. Die Rallye hat damit inzwischen die Gewinne von Bitcoin seit dem Höhepunkt des Krypto-Zyklus Ende 2017 übertroffen.
Ende 2017 wurde Silber bei etwa 17 US-Dollar je Unze gehandelt. Trotz des Rücksetzers am Montag ist das Metall in diesem Zeitraum um rund 517 % gestiegen. Zum Vergleich: Bitcoin, der damals nahe 20.000 US-Dollar seinen Höchststand erreichte und aktuell bei etwa 87.700 US-Dollar notiert, legte im gleichen Zeitraum um rund 500 % zu. Auch Gold erreichte ein Rekordniveau und wurde bei 5.107 US-Dollar je Unze gehandelt, was einem Anstieg von etwa 300 % seit 2017 entspricht.

Die Handelsvolumina an den Edelmetallmärkten zogen stark an, wobei silberbezogene börsengehandelte Fonds einen beispiellosen Umsatz verzeichneten. Der iShares Silver Trust meldete am Montag ein Handelsvolumen von mehr als 32 Milliarden US-Dollar.
Momentum-Handel trifft auf Meilenstein-Bias
Analysten zufolge treiben psychologische Preisschwellen und Momentum-Handel den Anstieg an. Nic Puckrin, Mitgründer von Coin Bureau, sagte:
„Heute Morgen sehen sich Investoren mit einer neuen Realität konfrontiert, da Gold erstmals in der Geschichte die Marke von 5.000 US-Dollar erreicht, während Silber über 100 US-Dollar gestiegen ist. Die verhaltensökonomische Theorie zeigt, dass Investoren eine Verzerrung zugunsten solcher Meilensteine haben, was die Bewegung wahrscheinlich verstärkt.“
Puckrin fügte hinzu, dass die strukturelle Nachfrage nach Silber im Zusammenhang mit dem Ausbau von KI-Infrastruktur die Preise stütze. Industriemetalle wie Kupfer und Silber seien integrale Bestandteile von Rechenzentren, Halbleitern und Stromnetzen. Zudem habe ein schwächerer US-Dollar – mehr als 15 % unter seinem Höchststand von 2022 – die Rallye unterstützt.
Der Anstieg der Edelmetalle steht in starkem Kontrast zu den Kryptomärkten. Bitcoin zog sich am Wochenende in Richtung 87.000 US-Dollar zurück, da eine Risk-off-Stimmung digitale Vermögenswerte belastete.
Gold erreicht neue Höchststände bei anhaltenden geopolitischen Sorgen
Gold legte am Dienstag leicht zu und pendelte knapp unter der Marke von 5.100 US-Dollar je Unze, nachdem es am Montag 5.110,50 US-Dollar erreicht hatte. Marktteilnehmer nannten geopolitische Unsicherheiten und Handelsspannungen als Treiber der Nachfrage nach sicheren Häfen. Zain Vawda, Analyst bei MarketPulse von OANDA, erklärte:
„Das ständige Hin und Her von Präsident Trump und der US-Regierung, gepaart mit wachsenden Sorgen über eine militärische Operation im Iran, dürfte die Nachfrage nach sicheren Häfen so schnell nicht dämpfen.“
Analysten der Deutschen Bank und von Société Générale prognostizieren, dass Gold im Jahr 2026 die Marke von 6.000 US-Dollar je Unze erreichen könnte, was auf weiteres Aufwärtspotenzial hindeutet.
Parabolische Silber-Rallye steht vor möglicher Umkehr
Marktexperten warnten, dass der rasante Anstieg von Silber scharfe Korrekturen auslösen könnte. Mike McGlone, Senior Commodity Strategist bei Bloomberg Intelligence, sagte:
„Ich denke, Silber wird in diesem Jahr ein Hoch markieren, das für Jahre Bestand haben wird. Wenn sich Preise mit einer so hohen Geschwindigkeit bewegen, kehren sich Defizite um.“
Rhona O’Connell, Leiterin der Marktanalyse bei StoneX, sagte:
„Silber befindet sich mitten in einem selbstverstärkenden Rausch. Wenn es zu fallen beginnt, könnte der Rückgang ebenso steil sein wie der Anstieg – die nahezu vertikalen Bewegungen, die wir derzeit sehen.“
Sie wies darauf hin, dass Angebotsbeschränkungen – insbesondere die Tatsache, dass nur 28 % des Silbers aus Primärminen stammen – die Fähigkeit des Marktes begrenzen, sich schnell anzupassen.
O’Connell betonte, dass die Marke von 100 US-Dollar je Unze bereits die Erwartungen strapaziert habe und weitere Anstiege in Richtung 150 US-Dollar unwahrscheinlich erschienen.
„Die Verbraucher haben dem Markt hinterhergejagt, und wenn das aufhört, könnten wir leicht eine Gegenbewegung sehen. Wenn es dreht, könnte das verheerend sein“, sagte sie.

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