Kevin O’Leary, der Unternehmer und TV-Star aus Shark Tank, hat laut Bloomberg in einer Verleumdungsklage 2,8 Millionen US-Dollar gegen den Krypto-Influencer Ben Armstrong, früher bekannt als BitBoy Crypto, zugesprochen bekommen. Die US-Bezirksrichterin Beth Bloom erließ ein Versäumnisurteil, nachdem Armstrong keine inhaltliche Stellungnahme abgegeben hatte.
Das Urteil umfasst 78.000 US-Dollar wegen Rufschädigung, 750.000 US-Dollar wegen emotionaler Belastung sowie 2 Millionen US-Dollar an Strafschadensersatz. Armstrong hatte O’Leary und dessen Ehefrau Ende März 2025 in Social-Media-Posts des Mordes beschuldigt und behauptet, sie hätten Millionen gezahlt, um einen tödlichen Bootsunfall aus dem Jahr 2019 in Ontario zu vertuschen. Bei dem Unfall kamen zwei Menschen ums Leben, als O’Learys Boot ein anderes Schiff rammte. O’Leary war Passagier und wurde nie angeklagt. Seine Frau Linda O’Leary wurde wegen fahrlässiger Führung eines Wasserfahrzeugs angeklagt, später jedoch nach einem 13-tägigen Prozess freigesprochen.
Social-Media-Posts und persönliche Auswirkungen
Armstrongs Beiträge erreichten rund 156.000 Aufrufe und enthielten O’Learys private Mobiltelefonnummer mit der Aufforderung an die Follower, einen „echten Mörder im echten Leben anzurufen“. Richterin Bloom stellte fest:
„In den Wochen und Monaten danach haben Armstrongs Posts und die Veröffentlichung von O’Learys Telefonnummer ihn sowohl beruflich als auch privat erheblich beeinträchtigt.“
O’Leary sah sich mit einer Flut von Nachfragen seiner Geschäftspartner zu den falschen Anschuldigungen konfrontiert und musste seine persönlichen Sicherheitsmaßnahmen verstärken. Die Richterin ergänzte:
„Seine Familie glaubte, den traumatischen Bootsunfall hinter sich gelassen zu haben, doch die Posts haben alte Wunden wieder aufgerissen.“
Armstrong versuchte im Januar 2026, das Versäumnisurteil aufheben zu lassen, und verwies dabei auf seine Inhaftierung sowie psychische Erkrankungen, darunter eine bipolare Störung. Das Gericht wies den Antrag zurück und stellte fest, dass Armstrong ordnungsgemäß zugestellt worden war und fast ein Jahr mit weiteren Schritten gewartet hatte.

Armstrongs weitere rechtliche Probleme
Das Verleumdungsurteil ist Teil einer Reihe rechtlicher und regulatorischer Rückschläge für Armstrong. Im März 2025 wurde er aufgrund eines Haftbefehls festgenommen, der mit Droh-E-Mails an einen Richter in Georgia zusammenhing. Ihm drohen zwei Verbrechenstatbestände mit möglichen Haftstrafen von fünf bis zehn Jahren. Im Juni 2025 kamen laut DLNews weitere Anklagen wegen sechs Fällen belästigender Anrufe hinzu.
Armstrong wurde im August 2023 von der Muttergesellschaft von BitBoy Crypto entlassen, nachdem er einen Rückfall in den Drogenmissbrauch erlitten hatte. Wochen später wurde er während eines Livestreams festgenommen, als er versuchte, einen ehemaligen Geschäftspartner wegen eines Streitfalls um einen Lamborghini zur Rede zu stellen.
Zuvor hatte Armstrong BitBoy Crypto zu einem Kanal mit über einer Million YouTube-Abonnenten aufgebaut. Seine Laufbahn war jedoch von Kontroversen geprägt, darunter bezahlte Werbeaktionen für Projekte, die später als Betrug entlarvt wurden, sowie eine eingestellte Klage gegen den YouTuber Atozy, die durch eine 100.000-Dollar-Spende des Krypto-Traders Jordan „Cobie“ Fish unterstützt worden war.
Auch Aufsichtsbehörden gingen gegen Armstrong vor. Die CFTC lud im Juli 2024 Hit Network, seinen früheren Arbeitgeber, im Rahmen einer Betrugsermittlung zu 15 Token vor. Armstrong und NBA-Spieler Jimmy Butler zahlten 340.000 US-Dollar, um Vorwürfe der Bewerbung nicht registrierter Wertpapiere für Binance beizulegen.
Kevin O’Learys eigene Krypto-Vergangenheit
O’Leary war zuvor als bezahlter Werbebotschafter für FTX tätig und verdiente vor dem Zusammenbruch der Börse im Jahr 2022 rund 15,7 Millionen US-Dollar. Später wurde er von FTX-Investoren in einer Sammelklage als Beklagter benannt. O’Leary räumte ein, dass der Deal eine „schlechte Investition“ gewesen sei, und verlor den gesamten Betrag. Trotz des Zusammenbruchs erklärte er öffentlich seine Bereitschaft, Sam Bankman-Fried bei einem neuen Vorhaben zu unterstützen. Bankman-Fried wurde später in sieben Anklagepunkten verurteilt und zu 25 Jahren Haft verurteilt.
Obwohl das Urteil über 2,8 Millionen US-Dollar beträchtlich ist, könnte die Eintreibung schwierig werden. Berichte aus dem Spätherbst 2025 deuteten darauf hin, dass Armstrong nahezu zahlungsunfähig sei und mit ihm verbundene Wallets weitgehend leergeräumt wurden.
Der Fall wird geführt als O’Leary v. Armstrong, S.D. Fla., Nr. 1:25-cv-21417.

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