Die Bank of England intensiviert ihre Bemühungen zur Modernisierung der zentralen Zahlungs- und Abwicklungsinfrastruktur des Vereinigten Königreichs, indem sie Teilnehmer aus dem privaten Sektor dazu einlädt, die Abwicklung tokenisierter Vermögenswerte auf verteilten Ledgern zu testen.
Die Initiative mit dem Namen Synchronisation Lab zielt darauf ab, zu untersuchen, wie das RTGS-System der nächsten Generation der Zentralbank sicher mit externen Blockchain-Plattformen in einer nicht produktiven Umgebung interagieren kann.
Tests synchronisierter Abwicklung
Das auf sechs Monate angelegte Lab soll im Frühjahr 2026 starten und bringt 18 Organisationen zusammen, darunter Banken, Marktinfrastrukturbetreiber, Fintechs und Web3-Unternehmen.
Erstmals angekündigt wurde das Projekt im Oktober 2025, nachdem eine starke Welle von Bewerbungen aus der Branche eingegangen war. Diese stammten von Unternehmen, die daran interessiert waren, Anwendungsfälle und Geschäftsmodelle für synchronisierte Abwicklung zu demonstrieren. Die Teilnehmer können End-to-End-Abwicklungsprozesse simulieren, ohne echte Gelder zu verwenden, und dabei Use Cases wie tokenisierte Wertpapiere, Kollateraloptimierung, Devisengeschäfte und die Ausgabe digitalen Geldes testen.

Die Bank erklärte, dass die Initiative auf früheren Experimenten aufbaut, darunter Project Meridian, das gezeigt hat, dass das Konzept eines Synchronisationsoperators technisch umsetzbar ist und eine atomare Abwicklung in Zentralbankgeld ermöglichen kann.
Beteiligung von Web3- und Fintech-Unternehmen
Mehrere Web3- und Fintech-Unternehmen nehmen an dem Pilotprojekt teil. Bekannt gegeben wurde, dass Chainlink und UAC Labs dezentrale Koordinationsansätze für synchronisierte Abwicklung testen, während Ctrl Alt und Monee sich auf tokenisierte Staatsanleihen (Gilts) und andere Wertpapiere konzentrieren. Tokenovate und Atumly untersuchen Workflows für bedingte Marginzahlungen sowie Prozesse zur Ausgabe digitalen Geldes. Zudem sind globale Institutionen wie Swift und die LSEG beteiligt.
Das Lab ermutigt die Teilnehmer, ihre End-to-End-Lösungen vorzustellen und – wo möglich – reale Marktakteure zu simulieren, um praktische Ergebnisse für zukünftige synchronisierte Transaktionen zu bewerten.
JUST ANNOUNCED: Chainlink has been selected to participate in the Bank of England’s Synchronisation Lab.
— Chainlink (@chainlink) February 10, 2026
Chainlink is supporting synchronized settlement between central bank money and onchain securities.
This is how the UK financial system moves onchain. pic.twitter.com/b3ho0gN1DY
Chainlink Official Announcement on this innitiative.
Globaler Kontext und digitale Innovation
So haben beispielsweise das Federal Reserve System und die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich im Rahmen von Project Pine Smart Contracts für programmierbare Abwicklung untersucht, während Singapurs BLOOM-Initiative sich auf tokenisierte Bankverbindlichkeiten und regulierte Stablecoins konzentriert.
Großhandels-CBDC-Tests laufen in Australien, und grenzüberschreitende Experimente mit digitalen Währungen wie das von China geführte mBridge haben bereits Transaktionen im Umfang von mehreren zehn Milliarden abgewickelt.
Obwohl das Synchronisation Lab keine echten Geldzahlungen umfasst und kein regulatorisches Sandbox-Projekt darstellt, ist es ein bedeutender Schritt zur Vorbereitung des britischen Finanzökosystems auf eine mögliche Einführung tokenisierter Vermögenswerte, digitalen Geldes und programmierbarer Abwicklungsmechanismen.

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