Pump.fun hat eine neue Belohnungsstruktur eingeführt, die Tradern eine direkte Rolle dabei gibt, wie Gebühren bei neu gestarteten Tokens verteilt werden. Das auf Solana basierende Launchpad kündigte das Update auf X an und stellte es als Reaktion auf anhaltende Kritik daran dar, wer tatsächlich von der Token-Erstellung profitiert.
„Creator Fees müssen sich ändern. Nicht jeder Token verdient Creator Fees“, schrieb das Team. „Jetzt haben Nutzer die Möglichkeit zu entscheiden, ob ein Token wirklich Creator Fees verdient oder ob es sinnvoller ist, die Trader zu belohnen, die mit dem Token handeln.“
Die neue Funktion mit dem Namen Cashback Coins verpflichtet Token-Ersteller, vor dem Launch eine Belohnungsstruktur festzulegen. Sie müssen wählen, ob die Gebühren an Trader fließen oder ob das traditionelle Modell mit Creator Fees beibehalten wird. Diese Entscheidung ist nach dem Start endgültig und kann nicht mehr geändert werden.
Creator Fees need change. Not every token deserves Creator Fees.
— Pump.fun (@Pumpfun) February 17, 2026
Now, users have the ability to decide whether a token truly deserves Creator Fees, or whether it makes more sense to reward the traders engaging with the token.
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Cashback Coins verändern die Anreizstruktur
Pump.fun erklärte, dass die Änderung bestehende Ungleichgewichte im bisherigen Gebührensystem korrigieren soll. Im ursprünglichen Modell erhalten Creator rund 0,3 % der durch ihre Tokens generierten Gebühren.
„Creator Fees sind zweifellos ein Nettovorteil, um Teams, Creator und Gründer beim Wachstum zu unterstützen. Allerdings erzielen viele Tokens Erfolg ohne Team oder Projektleitung und belohnen dadurch Token-Deployers unverhältnismäßig, die diese Gebühren nicht verdienen“, schrieb das Team.
„Jetzt können Trader sich für Tokens entscheiden, mit denen sie sich am meisten identifizieren, und letztlich dem Markt überlassen, wer belohnt wird und wo die Messlatte liegt.“
Bei Cashback Coins werden alle Creator Fees an Trader und Holder umgeleitet. Tokens, die unter diesem Modell gestartet werden, können später nicht mehr zu einer anderen Struktur wechseln. Pump.fun betonte, dass die Wahl nach dem Livegang dauerhaft gesperrt ist.
Marktdaten
Der native Token von Pump.fun, PUMP, wurde laut CoinGecko nahe bei 0,002198 US-Dollar gehandelt. Auf Wochensicht lag das Plus bei rund 13 %, während der Monat ein Minus von etwa 15 % zeigte. In den letzten sieben Tagen bewegte sich der Preis zwischen 0,001843 und 0,002355 US-Dollar.
Die Handelsaktivität nahm zu. Das Spot-Volumen erreichte in den letzten 24 Stunden 110 Millionen US-Dollar, ein Anstieg von 56 % gegenüber dem Vortag. Das Futures-Volumen stieg um 38 % auf 234 Millionen US-Dollar, während das Open Interest laut CoinGlass-Daten 174 Millionen US-Dollar erreichte.
Gebührenrückgang und Kritik als Hintergrund
Die Änderung der Belohnungsstruktur folgt auf einen deutlichen Rückgang der Plattform-Einnahmen aus Gebühren. Pump.fun verzeichnete im Januar Gebühren in Höhe von 31,8 Millionen US-Dollar, verglichen mit 148,1 Millionen US-Dollar im Januar 2025, so Daten von DeFiLlama. Im Februar wurden bislang 15,6 Millionen US-Dollar erreicht, was auf ein weiteres schwächeres Monatsergebnis hindeutet.
Daten von Dune Analytics zeigen zudem eine ungleiche Verteilung der Gewinne. Von 58,7 Millionen Wallets, die mit Pump.fun interagierten, erzielten 4,76 Millionen Gewinne zwischen 1.000 und 10.000 US-Dollar. Weitere 969.780 Wallets lagen zwischen 10.000 und 100.000 US-Dollar. Weniger als 13.700 Wallets erreichten den Millionärsstatus.
Diese Verteilung führte zu Beschwerden von Retail-Tradern, die Verluste meldeten, während eine kleinere Gruppe große Gewinne erzielte.
Geteilte Reaktionen in der Community
Nach der Ankündigung zeigten sich unterschiedliche Reaktionen in der Community. Einige Nutzer begrüßten die Änderung als faireres System, andere äußerten Bedenken hinsichtlich der Anreize für Entwickler.
Der X-Nutzer Coos stellte infrage, ob Entwickler unter dem neuen Modell langfristig an Projekten festhalten würden:
„Also haben Devs weniger Gründe, Coins länger zu pushen, da die lukrativste Phase die Zeit ist, in der Coins noch auf pf sind und gerade ‘graduated’ haben, wo das Volumen am höchsten ist.“
Die Debatte spiegelt die allgemeine Unsicherheit im Memecoin-Sektor wider, in dem Anreize, Liquidität und Spekulation oft kurze Produktlebenszyklen bestimmen.
Weitere Veränderungen im Ökosystem erhöhen den Druck
Auch andere Plattformen passten in diesem Zeitraum ihre Belohnungsmodelle an. Coinbase stellte im Februar das Creator-Rewards-Programm in seiner Base-App ein. Die Initiative startete im Juli und sollte Creator-Einnahmen an Onchain-Aktivitäten koppeln. In sieben Monaten zahlte das Programm rund 450.000 US-Dollar an 17.000 Creator aus, mit durchschnittlichen Einnahmen von etwa 26 US-Dollar pro Person.
Der Schritt von Pump.fun erfolgt in einer Phase, in der Memecoin-Plattformen stärker hinsichtlich Anreizsystemen und Handelsverhalten hinterfragt werden. Entwickler und Trader argumentieren zunehmend, dass die Verteilung von Belohnungen das Nutzerverhalten und die Lebensdauer von Tokens maßgeblich beeinflusst.
Struktureller Wandel inmitten aktiver Marktdiskussionen
Pump.fun beschreibt Cashback Coins als marktbasierten Mechanismus. Trader entscheiden nun, welche Tokens belohnt werden sollen. Die Gebührenverteilung wird damit an die Teilnahme gekoppelt und nicht allein an die Token-Erstellung.
Token-Ersteller müssen vor dem Launch zwischen Trader Cashback und Creator Fees wählen. Cashback Coins leiten alle Creator Fees an Trader und Holder weiter, während Creator-Fees-Tokens das ursprüngliche Modell beibehalten. Jede Entscheidung ist nach dem Start endgültig.
Das Update stellt eine der sichtbarsten Änderungen am Launch-Modell von Pump.fun seit seinem schnellen Wachstum im Solana-Ökosystem dar. Der langfristige Erfolg wird davon abhängen, wie stark neue Token-Starts dieses Modell annehmen und wie aktiv Trader daran teilnehmen.

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