Peter Steinberger, ein österreichischer Entwickler und Schöpfer des Open-Source-KI-Agenten OpenClaw, ist offiziell OpenAI beigetreten. Dies gilt als ein bedeutender Schritt für die Weiterentwicklung persönlicher KI-Agententechnologie. OpenAI-CEO Sam Altman verkündete den Wechsel auf X und bezeichnete Steinberger als „ein Genie mit vielen großartigen Ideen über die Zukunft sehr intelligenter Agenten, die miteinander interagieren, um äußerst nützliche Dinge für Menschen zu erledigen.“
Peter Steinberger is joining OpenAI to drive the next generation of personal agents. He is a genius with a lot of amazing ideas about the future of very smart agents interacting with each other to do very useful things for people. We expect this will quickly become core to our…
— Sam Altman (@sama) February 15, 2026
Altman fügte hinzu, dass OpenClaw
„in einer Stiftung als Open-Source-Projekt weiterleben wird, das OpenAI weiterhin unterstützen wird. Die Zukunft wird extrem multi-agentenbasiert sein, und es ist uns wichtig, Open Source als Teil davon zu fördern.“
Steinberger, der zuvor 13 Jahre lang sein Unternehmen PSPDFKit aufgebaut hatte, erklärte in einem Blogbeitrag, dass ihn an OpenAI nicht die Größe, sondern die Wirkung reizt:
„Ich könnte mir absolut vorstellen, dass OpenClaw ein riesiges Unternehmen wird. Das begeistert mich aber nicht wirklich. Ich möchte die Welt verändern, nicht eine große Firma aufbauen – und die Zusammenarbeit mit OpenAI ist der schnellste Weg, das für alle möglich zu machen.“
Von Clawdbot zu OpenClaw
OpenClaw begann ursprünglich unter dem Namen Clawdbot, wurde kurzzeitig in MoltBot umbenannt und erhielt schließlich seinen heutigen Namen. Das KI-Agenten-Framework ermöglicht es Nutzern, Aufgaben über Drittanbieter-Dienste hinweg zu automatisieren – etwa E-Mail-Management, Recherche oder Kalenderplanung. Die Agenten lassen sich mit Plattformen wie WhatsApp, Slack und iMessage verbinden, um digitale Arbeitsabläufe zu vereinfachen.
Der Aufstieg des Bots verlief rasant. Bis Anfang Februar hatte Steinberger rund 1,5 Millionen Instanzen ausgerollt, und die Aktivität auf GitHub stieg auf über 180.000 Stars. Laut Steinberger trug er die monatlichen Betriebskosten von 10.000 bis 20.000 US-Dollar selbst und finanzierte zudem Abhängigkeiten über Sponsoring.
„Ich verliere damit aktuell Geld“, sagte er offen.
Steinberger musste sich auch früh mit Problemen auseinandersetzen. Anthropic, das KI-Startup hinter Claude, forderte aufgrund einer Markenähnlichkeit eine Namensänderung von Clawdbot, was zur ersten Umbenennung führte. Eine weitere Herausforderung waren ausgeklügelte Krypto-Betrugsversuche, bei denen Angreifer versuchten, seine GitHub-Pakete und Social-Media-Konten zu übernehmen – ein Erlebnis, das er als
„die schlimmste Form von Online-Belästigung, die ich je erlebt habe“,
beschrieb.
Technologie und Vision von OpenClaw
OpenClaw fungiert als agentische Plattform, auf der KI-Agenten autonom arbeiten und miteinander kommunizieren können. Einige Agenten veröffentlichen Inhalte auf Plattformen wie MoltBook, was zu unerwarteten Interaktionen führte – darunter Diskussionen über Systembewusstsein oder spielerische Experimente wie die Ausrufung einer neuen Religion namens „Crustafarianismus“.
Steinberger bezeichnet seinen Ansatz als „agentic engineering“ und grenzt ihn von dem ab, was er „Vibe Coding“ nennt – einem eher informellen, experimentellen Stil. Er betreibt mehrere Agenten gleichzeitig und hat tausende Code-Commits durchgeführt, größtenteils durch Interaktion mit KI statt durch manuelles Tippen.
Er prognostiziert, dass OpenClaw-ähnliche Agenten bis zu 80 % klassischer Apps ersetzen könnten, da persönliche KI-Assistenten Aufgaben übernehmen, für die bislang separate Anwendungen nötig waren.
„Jede App ist jetzt einfach nur noch eine sehr langsame API – ob sie will oder nicht“,
sagte er im Gespräch mit Podcaster Lex Fridman.
Seine Vision sieht KI-Agenten als proaktive Systeme, die Standort-, Gesundheits- und digitale Servicedaten verwalten, ohne dass der Mensch jede Aktion manuell auslösen muss.
Strategische Bedeutung für OpenAI und das Tech-Ökosystem
Steinberger wird Teil des Codex-Teams von OpenAI und stärkt damit die Fähigkeit des Unternehmens, autonome KI-Agenten zu entwickeln, die über mehrere Anwendungen hinweg arbeiten können. Der Schritt positioniert OpenAI gegenüber Wettbewerbern wie Anthropic und Google weiter vorn – und wird zugleich als möglicher Verlust für den europäischen Technologiesektor gesehen.
Der Wechsel eines europäischen Gründers zu einem US-Labor folgt einem bekannten Muster: Innovationen wandern häufig in die USA ab, begünstigt durch schnellere Umsetzung, bessere Finanzierung und Zugang zu globaler Infrastruktur. Kommentatoren kritisierten dabei auch bürokratische Hürden in Europa als Faktor für den Abfluss von Talenten.
Steinberger betonte die Bedeutung, OpenClaw als Open-Source-Projekt zu erhalten, und zog Vergleiche zu Chromium und Chrome:
„Das ist zu wichtig, um es einfach einem Unternehmen zu überlassen und es zu dessen Eigentum zu machen.“
OpenAI erhält mit Steinberger zusätzliches Know-how, um Multi-Agenten-KI schneller voranzutreiben. Dies könnte die Verbreitung persönlicher KI-Assistenten beschleunigen und zugleich die Open-Source-Innovation weiter stärken.

Haftungsausschluss: Alle Materialien auf dieser Seite dienen nur zu Informationszwecken. Keines der Materialien sollte als Anlageberatung interpretiert werden. Bitte beachten Sie, dass trotz der Art vieler Materialien, die auf dieser Website erstellt und gehostet werden, HODLFM.DE keine Finanzreferenzressource ist und die Meinungen von Autoren und anderen Mitwirkenden ihre eigenen sind und nicht als finanzielle Beratung aufgefasst werden sollten. Wenn Sie eine solche Beratung benötigen, empfiehlt HODLFM.DE dringend, sich an einen qualifizierten Fachmann der Branche zu wenden.




