Visa hat einen weiteren Schritt in Richtung Integration digitaler Vermögenswerte in den Mainstream-Zahlungsverkehr unternommen – durch eine neue Partnerschaft mit dem Stablecoin-Infrastrukturanbieter BVNK. Die Vereinbarung ermöglicht es Visa Direct, dem Echtzeit-Zahlungsnetzwerk des Unternehmens, in ausgewählten Märkten stablecoin-finanzierte Auszahlungen und Abwicklungen zu unterstützen.

Die am Mittwoch bekannt gegebene Ankündigung positioniert Stablecoins als operativen Bestandteil von Visas Geldbewegungsnetzwerk im Umfang von 1,7 Billionen US-Dollar. Unternehmen in genehmigten Regionen können Auszahlungen mit Stablecoins vorfinanzieren und Gelder direkt an die digitalen Wallets der Empfänger senden, anstatt sich ausschließlich auf Fiat-Währungsüberweisungen zu verlassen.

Visa Direct unterstützt bereits schnelle Auszahlungen für Gehaltszahlungen, Plattformen der Gig-Economy und grenzüberschreitende Überweisungen. Die Hinzufügung der Stablecoin-Abwicklung führt eine alternative Zahlungsinfrastruktur ein, die außerhalb traditioneller Banköffnungszeiten operiert und Gelder nahezu sofort abwickelt.

Laut einer Mitteilung von Business Wire wird BVNK die Backend-Infrastruktur bereitstellen, die die Bewegung und Abwicklung von Stablecoins über die Visa-Direct-Plattform ermöglicht.

Wie die Integration in der Praxis funktioniert

Im Rahmen der Partnerschaft können bestimmte Visa-Direct-Geschäftskunden Auszahlungen mit Stablecoins finanzieren, anstatt ausschließlich mit Fiat-Währungen. Endempfänger können Zahlungen ebenfalls in Stablecoins erhalten, wodurch digitale Dollar direkt in ihre Wallets gelangen.

BVNK verarbeitet jährlich mehr als 30 Milliarden US-Dollar an Stablecoin-Zahlungen und ist in über 130 Ländern tätig. Seine Rolle konzentriert sich auf Abwicklungsinfrastruktur und nicht auf verbrauchernahe Zahlungen, was mit Visas Fokus auf Geldbewegungen im Unternehmensmaßstab übereinstimmt.

Die Unternehmen erklärten, dass der Rollout in Märkten mit starker Nachfrage nach digitalen Asset-Zahlungen beginnen wird. Eine breitere Ausweitung hängt von der Kundennachfrage und regulatorischer Genehmigung ab.

Visa bezeichnete den Schritt als Teil eines umfassenderen Bestrebens, den globalen Geldverkehr durch alternative Abwicklungsmethoden zu modernisieren.

„Stablecoins sind eine spannende Chance für den globalen Zahlungsverkehr mit enormem Potenzial, Reibungsverluste zu reduzieren und den Zugang zu schnelleren, effizienteren Zahlungsoptionen zu erweitern“, sagte Mark Nelsen, Visas globaler Produktchef, in der Erklärung.

Eine über Zeit aufgebaute Beziehung

Die Partnerschaft spiegelt eine längerfristige strategische Beziehung zwischen Visa und BVNK wider und keinen plötzlichen Kurswechsel. Visa Ventures investierte im Mai 2025 in BVNK und signalisierte damit frühzeitiges institutionelles Vertrauen in das Infrastrukturmodell des Unternehmens. Citigroup folgte fünf Monate später mit einer strategischen Investition.

Visa hat Stablecoin-Abwicklung bereits lange vor dieser Ankündigung erprobt. Das Unternehmen legte 2021 Pläne offen, USD-Coin-Abwicklungen in seinem Netzwerk zu unterstützen. Im Dezember letzten Jahres erlaubte Visa Banken und Finanzinstituten, Transaktionen in USDC abzuwickeln.

Trotz dieser frühen Schritte stieß die Einführung von Stablecoins in großen Zahlungsnetzwerken zunächst auf Reibung. Regulatorische Unsicherheit, Compliance-Anforderungen und uneinheitliche Nachfrage zwischen Regionen begrenzten den großflächigen Einsatz. Grenzüberschreitende Zahlungen warfen zudem Fragen zu Verwahrung, Verbraucherschutz und behördlicher Genehmigung auf.

Die BVNK-Integration adressiert einige dieser Herausforderungen, indem sie eine Infrastruktur bietet, die speziell für unternehmensweite Abwicklung und nicht für spekulativen Endverbraucherhandel entwickelt wurde.

„Diese Partnerschaft erschließt eine neue Ebene der Zahlungsinnovation, in der Stablecoins direkt in das weltweit vertrauenswürdigste Zahlungsnetzwerk eingebettet werden“, sagte Jesse Hemson-Struthers, CEO von BVNK. „Sie wird Unternehmen und Endverbrauchern mehr Auswahl geben, wie und wann sie ihre Gelder empfangen und versenden.“

Hemson-Struthers betonte zudem, dass das Unternehmen Stablecoins als grundlegende Infrastruktur und nicht als Nischenprodukt betrachtet.

„Visa und BVNK glauben beide an das transformative Potenzial der Stablecoin-Technologie – nicht nur als Zahlungsmethode, sondern als leistungsstarke Ebene der Zahlungsinfrastruktur“, sagte er.

Regulatorischer Hintergrund prägt die nächsten Schritte

Die Ankündigung erfolgt vor dem Hintergrund zunehmender regulatorischer Aktivitäten rund um Stablecoins in den Vereinigten Staaten. Gesetzgeber haben kürzlich den GENIUS Act verabschiedet, der sich auf die Aufsicht über Stablecoins konzentriert. Eine umfassendere Marktstrukturgesetzgebung, bekannt als der CLARITY Act, wird weiterhin im Kongress beraten.

Visa erklärte, dass der breitere Rollout seiner Stablecoin-Dienste von regulatorischer Genehmigung und Kundenakzeptanz in den jeweiligen Rechtsordnungen abhängen wird. Das Unternehmen bestätigte, dass BVNK die Stablecoin-Funktionen von Visa Direct nur in genehmigten Märkten skalieren wird.

Laut Berichterstattung, die sich auf die gemeinsame Ankündigung berief, betrachtet Visa Stablecoins als ein Instrument zur Unterstützung schnellerer grenzüberschreitender Zahlungen und des Zugangs zu Geldern außerhalb regulärer Bankzeiten und nicht als Ersatz für bestehende Zahlungsschienen.

Während große Zahlungsnetzwerke weiterhin blockchainbasierte Abwicklung testen, bringt Visas Partnerschaft mit BVNK Stablecoins näher an alltägliche Finanzoperationen heran – auch wenn die Expansion weiterhin maßvoll und marktorientiert erfolgen wird.

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