Neu veröffentlichte Dokumente mit einem Umfang von rund 3,5 Millionen Seiten, die am 30. Januar 2026 vom US-Justizministerium öffentlich gemacht wurden, haben Spekulationen über eine Verbindung von Jeffrey Epstein zu Bitcoin ausgelöst. Schlagzeilen und Beiträge in sozialen Medien verbreiteten wilde Theorien: Epstein habe Bitcoin geschaffen, Satoshi Nakamoto tauche in den Akten auf oder Geheimdienste hätten den Start der Kryptowährung orchestriert. Eine sorgfältige Prüfung zeigt, dass diese Behauptungen keine belastbare Beweisgrundlage haben.
Die Akten bestätigen eine Tatsache: Epstein bewegte sich in der Nähe der frühesten Krypto-Finanzierungskanäle und -netzwerke. Er investierte in Infrastrukturunternehmen, spendete an akademische Programme zur Unterstützung der Bitcoin-Entwicklung und korrespondierte mit bekannten Persönlichkeiten des Krypto-Ökosystems. Es gibt jedoch keinerlei Beweise, die ihn mit der Schaffung, dem Code oder frühen Wallets von Bitcoin in Verbindung bringen.
Epsteins Nähe zur frühen Bitcoin-Entwicklung
Zwischen 2013 und 2017 spendete Epstein mehrere Hunderttausend Dollar an das MIT Media Lab. Ein Teil dieser Mittel, rund 525.000 US-Dollar, floss in die Digital Currency Initiative (DCI), die zentrale Bitcoin-Core-Entwickler beschäftigte. E-Mails zeigen, dass Epstein Zugang zu Mitarbeitern des Media Lab hatte und wusste, dass diese Entwickler während einer turbulenten Phase entscheidend für die Pflege des Bitcoin-Codes waren.

Im Jahr 2014 investierte Epstein rund 500.000 US-Dollar in Blockstream, ein in Montreal ansässiges Unternehmen mit enger Verbindung zur Bitcoin-Infrastruktur. Die Investition wurde gemeinsam mit dem damaligen Leiter des MIT Media Lab, Joi Ito, über eine Firma namens Kyara Investments III verwaltet. Epsteins Beteiligung wurde Monate später wieder verkauft. Blockstream-Mitgründer Adam Back bestätigte, dass Epstein und sein Nachlass keine fortbestehende finanzielle Verbindung zu dem Unternehmen haben.
In 2014, during Blockstream’s seed-round investor roadshow, the company was introduced to then MIT Media Lab director Joi Ito. Subsequently Blockstream met with Jeffrey Epstein, who was described at the time as a limited partner in Ito’s fund. That fund later invested a minority…
— Adam Back (@adam3us) February 1, 2026
Diese Interaktionen zeigen Epsteins Nähe und finanziellen Einfluss, belegen jedoch keine Kontrolle über das Bitcoin-Protokoll oder dessen Governance. Bitcoin blieb Open Source und dezentral und war nicht von einzelnen Investoren oder Spendern abhängig.
Epsteins Korrespondenz mit Krypto-Personen
Die Akten zeigen, dass Epstein mit mehreren Personen aus dem Kryptobereich kommunizierte. Im Jahr 2016 schrieb er eine E-Mail an Raafat Abdulla Saad Al Sabbagh über eine scharia-konforme digitale Währung nach dem Vorbild von Bitcoin. Epstein bemerkte dabei:
„Ich habe mit einigen der Gründer von Bitcoin gesprochen, die sehr begeistert sind.“

Diese E-Mail bestätigt Kenntnis und Diskussionen, identifiziert jedoch weder die Gründer noch belegt sie, dass Epstein an der technischen Entwicklung beteiligt war.
🚨 BREAKING: A newly released 2016 email from Jeffrey Epstein claims he had “spoken to some of the founders of Bitcoin”. pic.twitter.com/YE6Lucf4fT
— HodlFM (@Hodl_fm) February 2, 2026
Epstein tauschte außerdem E-Mails mit Peter Thiel über regulatorischen Druck auf Bitcoin aus. Im Juli 2014 fragte Thiel:
„Glaubst du, das ist der erste Schritt zur Erhöhung des Drucks gegen BTC?“
Epsteins Antworten beschränkten sich offenbar auf private beratende Gespräche. Öffentliche Aufzeichnungen bestätigen, dass Thiel später Blockchain-Projekte finanzierte, darunter Ethereum-bezogene Initiativen, es gibt jedoch keinen Hinweis auf koordinierte Bemühungen unter Beteiligung Epsteins.
Die Korrespondenz mit Zcash-nahen Personen, darunter Madars Virza, betraf Steuerdokumente und Geschenke. Eine E-Mail aus dem April 2019 erwähnte Bücher über Bitcoin und Wahrscheinlichkeitstheorie, die Epstein zugeschickt wurden. Diese Dokumente belegen soziale und finanzielle Kontakte, nicht jedoch technische Beiträge.
Widerlegung viraler Behauptungen
Ein weit verbreitetes Bild, das angeblich eine E-Mail vom 31. Oktober 2008 von Epstein an Ghislaine Maxwell zeigt mit den Worten:
„Unsere kleine digitale Goldmine ist bereit für die Welt“, ist vollständig gefälscht.

Eine Untersuchung zeigt mehrere Formatierungsfehler, und der Inhalt existiert nicht in den offiziellen Archiven des Justizministeriums. Zwar erwähnen die Akten den Namen „Satoshi“ und zeigen, dass Epstein mit frühen Bitcoin-Personen kommunizierte, doch es gibt keinerlei technische Beweise, die ihn mit der Schaffung von Bitcoin, Code-Commits oder der Kontrolle von Wallets in Verbindung bringen.
Auswirkungen auf die Kryptowährung
Die Epstein-Akten verdeutlichen strukturelle Schwachstellen in der Finanzierung und Governance von Kryptowährungen, deuten jedoch nicht auf eine systemische Gefahr hin. Die frühe Abhängigkeit von Institutionen wie dem MIT und die Finanzierung durch Investoren wie Epstein zeigen das Risiko konzentrierten finanziellen Einflusses. Dennoch schützt das Open-Source-Design von Bitcoin das Netzwerk vor individueller Kontrolle.
Zentrale Risiken bleiben regulatorische Unsicherheit, mögliche Governance-Konflikte und Reputationsrisiken durch Verbindungen zu prominenten Persönlichkeiten. Dennoch funktionieren die dezentrale Architektur von Bitcoin und das Open-Source-Modell von Ethereum weiterhin unabhängig und zeigen Widerstandsfähigkeit trotz Kontroversen.
Fazit: Epstein war nicht Satoshi
Der Name Jeffrey Epstein taucht in früher Krypto-Korrespondenz, Investitionsunterlagen und akademischen Förderinitiativen auf. Er stand in Nähe zu prominenten Entwicklern, spendete an Programme mit Bitcoin-Core-Mitarbeitern und investierte in zentrale Infrastrukturunternehmen. Es gibt jedoch keinerlei Beweise dafür, dass er Bitcoin verfasst, frühe Blöcke gemined oder Satoshis kryptografische Schlüssel kontrolliert hat.
Spekulationen, die durch virale Bilder und selektive Dokumentenlecks angeheizt werden, übertreiben seine Rolle. Die Akten zeigen Kenntnis, Investitionen und Einfluss, aber keine Autorschaft oder technische Kontrolle. Das Überleben und Wachstum von Krypto hängt weiterhin von dezentralem Konsens, Community-Beteiligung und sicheren Open-Source-Netzwerken ab.

Haftungsausschluss: Alle Materialien auf dieser Seite dienen nur zu Informationszwecken. Keines der Materialien sollte als Anlageberatung interpretiert werden. Bitte beachten Sie, dass trotz der Art vieler Materialien, die auf dieser Website erstellt und gehostet werden, HODLFM.DE keine Finanzreferenzressource ist und die Meinungen von Autoren und anderen Mitwirkenden ihre eigenen sind und nicht als finanzielle Beratung aufgefasst werden sollten. Wenn Sie eine solche Beratung benötigen, empfiehlt HODLFM.DE dringend, sich an einen qualifizierten Fachmann der Branche zu wenden.




