Die Hashrate des Bitcoin-Netzwerks ist am Wochenende stark gefallen, als ein schwerer Wintersturm über die Vereinigten Staaten zog und das Netzwerk kurzzeitig auf das Niveau von Mitte 2025 zurückwarf.

Daten von CoinWarz zeigen, dass die gesamte Rechenleistung von Freitag bis Sonntag von rund 1.120 Exahashes pro Sekunde (EH/s) auf 663 EH/s sank – ein Rückgang von mehr als 40 %. Bis Montag hatte sich die Hashrate teilweise auf etwa 854 EH/s erholt.

Der Sturm, der 36 Bundesstaaten mit starkem Schneefall, Eis und weitreichenden Stromausfällen traf, unterbrach laut AccuWeather die Energieversorgung von nahezu einer Million Kunden.

Da die Vereinigten Staaten inzwischen fast 38 % der globalen Bitcoin-Mining-Leistung ausmachen, waren die Auswirkungen des Wetters auf die Mining-Aktivitäten unmittelbar und deutlich spürbar.

„Etwa 40 % der globalen Bitcoin-Mining-Kapazität sind in den vergangenen 24 Stunden aufgrund extremer Winterbedingungen offline gegangen“, erklärte Abundant Mines, ein in Oregon ansässiger Miner.

Miner greifen ein, um das Stromnetz zu stabilisieren

Der energieintensive Charakter des Bitcoin-Minings steht häufig in der Kritik, doch seine Flexibilität kann lokale Stromnetze in Stressphasen unterstützen. Viele Mining-Betriebe sind in der Lage, ihren Stromverbrauch nahezu sofort anzupassen und fungieren damit effektiv als steuerbare Lasten, die auf Netzbedingungen reagieren.

Anlagen in der Nähe erneuerbarer Energiequellen wie Wind- oder Solarfarmen können überschüssige Erzeugung aufnehmen, wenn das Angebot die Nachfrage übersteigt, und den Betrieb pausieren, wenn das Netz unter Druck steht.

„Steigt die Energienachfrage stark an, reduzieren einige Betriebe ihre Aktivität, um den Druck auf regionale Stromnetze zu verringern. Diese Flexibilität ist eine eingebaute Stärke des Bitcoin-Minings. Miner können ihre Leistung bei Bedarf schnell herunterfahren und ebenso schnell wieder hochfahren, sobald sich die Bedingungen verbessern.“

In Texas trugen beispielsweise Demand-Response-Mechanismen in Kombination mit Bitcoin-Mining dazu bei, das Stromnetz während extremer Wetterereignisse zu stabilisieren, so der Umwelt-, Sozial- und Governance-Forscher Daniel Batten.

Solche Anpassungen verdeutlichen eine praktische, wenn auch oft unterschätzte Wechselwirkung zwischen Energiemärkten und Krypto-Infrastruktur.

Produktionsrückgänge spiegeln Echtzeit-Herausforderungen wider

Der Sturm verlangsamte auch die Bitcoin-Produktion einiger der größten US-Miner. Laut Analysen von CryptoQuant schürfte Marathon Digital Holdings am Sonntag sieben Bitcoin, verglichen mit 45 am Vortag, während IREN von 18 auf sechs fiel.

Diese Rückgänge verdeutlichen die direkten operativen Auswirkungen sowohl von Umweltfaktoren als auch von Energieeinschränkungen auf die Blockproduktion.

Hohe Mining-Schwierigkeit erhöht den Druck

Schon vor dem Sturm bewegten sich Bitcoin-Miner in einem herausfordernden Umfeld. Die Mining-Schwierigkeit, ein Maß dafür, wie schwer es ist, einen Block zu lösen, beendete das Jahr 2025 nahe an Rekordhöhen und soll Anfang Januar 2026 erneut steigen. Die jüngste Anpassung brachte die Schwierigkeit auf 148,2 Billionen, wobei Prognosen die nächste Neuberechnung bei etwa 149 Billionen verorten.

Die durchschnittlichen Blockzeiten liegen derzeit bei rund 9,95 Minuten und damit leicht unter dem Zielwert von zehn Minuten. Schnellere Blockproduktion führt automatisch zu einer Erhöhung der Schwierigkeit, um das Gleichgewicht wiederherzustellen und die Emission stabil zu halten. Anhaltend hohe Schwierigkeit erfordert mehr Rechenleistung und Energie, um dieselben Blockbelohnungen zu erzielen, was den Druck auf Miner in Phasen von Preisvolatilität verstärkt.

Schwierigkeitsanpassungen tragen auch zur Wahrung der Dezentralisierung bei. Ohne sie könnten Betreiber mit großer Rechenleistung die Blockproduktion dominieren, Einfluss konzentrieren und Anreize verzerren. Durch die Anpassung der Schwierigkeit an die gesamte Netzwerk-Hashrate bewahrt Bitcoin seinen vorhersehbaren Emissionsplan und schützt vor einer übermäßigen Konzentration der Mining-Leistung.

Marktdynamik

Während Miner sich an Umwelt- und technische Herausforderungen anpassen, zeigt das Marktverhalten Anzeichen einer Stabilisierung. On-Chain-Daten deuten darauf hin, dass langfristige Bitcoin-Halter – definiert als Wallets mit einer Haltedauer von mindestens 155 Tagen – ihre Verkäufe verlangsamt haben. Dies markiert die erste anhaltende Pause seit Juli 2025.

Die Gesamtbestände dieser Wallets sanken von rund 14,8 Millionen BTC Mitte Juli auf 14,3 Millionen bis Dezember, woraufhin sich die Abflüsse deutlich abschwächten.

Ethereum zeigte einen gegensätzlichen Trend. Große Ether-Halter, definiert als Wallets mit mindestens 1.000 ETH, haben seit dem 26. Dezember 2025 etwa 120.000 Ether hinzugefügt. Diese Adressen kontrollieren nun nahezu 70 % des umlaufenden Angebots von Ethereum und setzen damit ein Akkumulationsmuster fort, das sich seit Ende 2024 aufgebaut hat. Historische Trends deuten darauf hin, dass Phasen konzentrierter Akkumulation häufig einer verbesserten Kursentwicklung vorausgehen, auch wenn breitere makroökonomische Bedingungen weiterhin begrenzend wirken.

Die Volatilität rund um die Feiertage hat Händler vorsichtig bleiben lassen. Der Bitcoin-Preis bewegte sich in der vergangenen Woche zwischen etwa 86.700 und 90.000 US-Dollar, wobei sich ein Teil des Verkaufsdrucks während der US-Handelszeiten konzentrierte.

Daten von CoinGlass zeigen, dass der Coinbase Bitcoin Premium Index negativ blieb, was auf eine geringere Inlandsnachfrage im Vergleich zu Offshore-Börsen hindeutet. Analysten merken an, dass dünne Liquidität während der Feiertage Preisschwankungen verstärkt und defensives Handelsverhalten begünstigt.

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