Die Hong Kong Monetary Authority (HKMA) plant, im März ihre ersten Lizenzen für Stablecoin-Emittenten zu vergeben. Dabei wird zunächst nur eine „sehr kleine Anzahl“ von Genehmigungen erwartet, wie Chief Executive Eddie Yue erklärte.
Yue sprach am Montag vor dem Legislativrat von Hongkong und merkte an, dass sich der Prüfprozess für die Lizenzanträge dem Abschluss nähere. In einer anschließenden Pressekonferenz erläuterte er die Schwerpunkte der Bewertung, darunter Anwendungsfälle, Risikomanagement, Maßnahmen zur Bekämpfung von Geldwäsche sowie die Qualität der Sicherungswerte der Stablecoins, wie Reuters berichtete.
Lizenzierte Emittenten müssen die Vorschriften Hongkongs für grenzüberschreitende Aktivitäten einhalten. Yue fügte hinzu, dass die HKMA künftig auch Vereinbarungen zur gegenseitigen Anerkennung mit anderen Rechtsordnungen prüfen könnte.
Wachstum des Stablecoin-Marktes bildet den Rahmen für den regulatorischen Vorstoß
Stablecoins sind Kryptowährungen, deren Wert an Fiatwährungen wie den US-Dollar gekoppelt ist. Die weltweite Nutzung ist gestiegen, da große Rechtsordnungen regulatorische Rahmenwerke etablieren. Im vergangenen Jahr ermöglichten Stablecoins Blockchain-Transaktionen im Umfang von 35 Billionen US-Dollar.
Derzeit stellen Stablecoins eine Anlageklasse von rund 300 Milliarden US-Dollar dar. Citi prognostiziert, dass der Markt ein Volumen zwischen 1,9 Billionen und 4 Billionen US-Dollar erreichen könnte. Standard-Chartered-CEO Bill Winters hob hervor, dass Hongkongs Vorstoß in tokenisiertes Geld und Stablecoins den Grundstein für eine neue Ära der digitalen Handelsabwicklung legen könnte.
Die Stablecoin-Verordnung, die im August 2025 in Kraft trat, verpflichtet jede Einheit, die in Hongkong Stablecoins ausgibt, eine Lizenz der HKMA zu erwerben. Am 21. Januar erklärte Hongkongs Finanzminister Paul Chan, dass Stablecoin-Lizenzen im ersten Quartal 2026 erwartet würden, im Einklang mit dem regionalen Ansatz „gleiche Aktivität, gleiches Risiko, gleiche Regulierung“ für Krypto-Assets.
Frühe Lizenzvergabe legt Fokus auf operative Bereitschaft
Yue hatte zuvor darauf hingewiesen, dass vielen Antragstellern die operative Bereitschaft und glaubwürdige Umsetzungspläne fehlten. Einige Unternehmen verfügten nicht über die technische Expertise, um als Stablecoin-Emittenten zu fungieren, was die vorsichtige Haltung der Aufsichtsbehörde im Genehmigungsprozess unterstreicht.
Die HKMA erhielt in der ersten Lizenzierungsrunde Anträge von 36 Institutionen, hat jedoch bislang keine Antragsteller öffentlich bestätigt. Die Aufsichtsbehörde betonte zudem, dass frühe Lizenzentscheidungen nicht als Billigung eines bestimmten Geschäftsmodells zu verstehen seien.
Mehrere namhafte Unternehmen haben signalisiert, dass sie eine Stablecoin-Lizenz in Hongkong beantragen wollen. Im August gründeten der Hongkonger Arm von Standard Chartered und Animoca Brands Anchorpoint Financial Limited, um eine lokale Lizenz zu beantragen. Im September kündigten auch HSBC und die Industrial and Commercial Bank of China (ICBC) an, entsprechende Anträge stellen zu wollen.
Öffentliches Register erfasst lizenzierte Unternehmen
Zur Gewährleistung von Transparenz führte die HKMA im Juli 2025 ein öffentliches Register ein. Nutzer können dort nachverfolgen, welche Unternehmen über eine Lizenz zur Ausgabe von Stablecoins in Hongkong verfügen. Stand Montag war das Register noch leer, was widerspiegelt, dass bislang keine Lizenzen erteilt wurden.
Die erste Genehmigungsrunde dürfte begrenzt ausfallen. Yue beschrieb die bevorstehende Lizenzvergabe als vorsichtig und unterstrich damit, dass für die Aufsichtsbehörde Sicherheit, technische Kompetenz und die Einhaltung von Compliance-Standards Vorrang vor einer schnellen Marktausweitung haben.

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