Die Leute beschweren sich immer über die technischen Einzelheiten juristischer Verfahren, aber manchmal können sie ein Vorteil sein. Sie sind auf jeden Fall zu einem potenziellen Vorteil für Hayden Davis geworden, den Schöpfer des LIBRA-Tokens – und er beabsichtigt, diesen voll auszunutzen.
Hayden Davis, der umstrittene Schöpfer hinter dem ebenso umstrittenen LIBRA-Token, versucht nun, eine Sammelklage in New York gegen ihn abweisen zu lassen. Auf welcher Grundlage, fragst du? Nun, laut Davis fehlt dem Gericht die Zuständigkeit, um seinen Fall zu verhandeln.
Falls du dich fragst, um welchen Fall es geht: Er begann vor einiger Zeit mit dem dramatischen, fast filmreifen Zusammenbruch des LIBRA-Tokens. Der Token erlebte einen monumentalen Rückgang von 94 % von seiner Spitzen-Marktkapitalisierung von 4,6 Milliarden US-Dollar Anfang dieses Jahres. Token steigen und fallen ständig, aber dieser Fall erregte besondere Aufmerksamkeit, nachdem Präsident Javier Milei aus Argentinien ihn in den sozialen Medien gelobt hatte. Diese eine Handlung trug nicht unerheblich zum kometenhaften Aufstieg – und anschließendem Absturz – des Tokens bei.
Die Art und das Ausmaß des Zusammenbruchs von LIBRA schockierten nicht nur die Krypto-Welt, sondern führten auch dazu, dass eine Gruppe von LIBRA-Käufern im März Klage gegen Davis einreichte. Die Gruppe wurde von Omar Hurlock angeführt, der argumentierte, dass Hayden Davis und seine Brüder Gideon und Thomas Davis LIBRA erschaffen und Käufer in die Irre geführt hätten, um über 100 Millionen Dollar aus einseitigen Liquiditätspools abzuziehen.
Tonight, our firm filed a class action complaint in the Supreme Court of New York on behalf of our client. We allege that Kelsier, KIP, Meteora, and related parties orchestrated an unfair token launch ($LIBRA), allegedly misleading purchasers and harming retail investors. pic.twitter.com/H7dD2LaARK
— Burwick Law (@BurwickLaw) March 18, 2025
Davis und Team sprechen von unfairen Vorwürfen
Der Nachhall dieses ganzen Vorfalls bringt uns zur heutigen Geschichte. Davis hat argumentiert, dass die Fortführung der Klage in New York eine Verletzung der verfassungsmäßigen Rechte auf ein ordnungsgemäßes Verfahren darstellen würde. In Davis’ Antrag heißt es, dass er sich zum Zeitpunkt des angeblichen Fehlverhaltens nicht in New York befand und auch keine Anstrengungen unternommen habe, den Kryptomarkt von New York gezielt anzusprechen. Aus diesem Grund glaubt er, dass das Gericht den Fall nicht verhandeln sollte.
Auch Davis’ Anwaltsteam hat sich geäußert. Sie argumentieren, dass LIBRA-Token Käufern weltweit zur Verfügung standen und nicht gezielt geografische Märkte wie New York anvisierten. Neben dem Argument der globalen Reichweite verwiesen sie auch darauf, dass das Projekt in Argentinien und nicht in den USA entstanden sei. Laut dem Verteidigungsteam habe die Projektwebsite nicht aktiv den New Yorker Markt angesprochen. Tatsächlich sei sie passiv gewesen und habe in erster Linie dazu gedient, Bewerbungen von Unternehmen in Argentinien zu sammeln.
Unterdessen hat Omar Hurlocks Sammelklagegruppe bereits einen großen Erfolg gegen Davis erzielt. Im Mai wurde eine vorläufige Anordnung zur Einfrierung von Vermögenswerten gegen ihn erlassen. Das Gericht ordnete an, dass Circle, das Unternehmen hinter dem Stablecoin, rund 57,65 Millionen US-Dollar in USDC einfrieren solle, die angeblich mit dem LIBRA-Projekt in Verbindung stehen.
Während Davis im Mittelpunkt des Falls steht, ist er nicht der einzige Beklagte in der Klage. Weitere Beklagte sind KIP Protocol und dessen CEO Jilan Peh sowie Meteora und dessen Mitbegründer Benjamin Chow. Der gesamte Vorfall hat bereits politische Turbulenzen in Argentinien ausgelöst – und nun scheint auch rechtlicher Aufruhr bevorzustehen.

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