Boston Dynamics und Google DeepMind haben sich zusammengeschlossen, um das KI-System Gemini in den humanoiden Roboter Atlas zu integrieren. Dies stellt einen bedeutenden Schritt hin zur industriellen Anwendung hochentwickelter kognitiver KI dar. Die Ankündigung erfolgte während der globalen Präsentation von Hyundai auf der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas, wo beide Unternehmen ihre Pläne zur Einführung intelligenter humanoider Roboter in realen Produktionsumgebungen vorstellten.
DeepMind und Boston Dynamics kündigen Partnerschaft an
Boston Dynamics und Google DeepMind bestätigten, dass das KI-Modell Gemini zur zentralen Intelligenz der nächsten Generation humanoider Atlas-Roboter wird. Die Integration soll Atlas in die Lage versetzen, sich besser in komplexen Räumen zu bewegen, Objekte zu erkennen und industrielle Aufgaben mit den Händen auszuführen – ohne schrittweise menschliche Steuerung.
„Der eigentliche Mehrwert liegt künftig darin, dass unsere Roboter ihre Umgebung kontextuell verstehen und ihre Hände nutzen können, um beliebige Objekte zu manipulieren“, sagte Robert Playter, CEO von Boston Dynamics, in einem Interview mit WIRED. „Und wir glauben, dass Fertigungsumgebungen, wie etwa Werke von Hyundai, heute der perfekte Ort für den Einsatz sind.“
Nach Angaben beider Unternehmen bietet das Gemini-Modell von DeepMind fortschrittliche Fähigkeiten in den Bereichen logisches Denken, räumliche Wahrnehmung und Entscheidungsfindung in Echtzeit. Dadurch können Roboter präzise Bewegungen in unstrukturierten Fabrikumgebungen ausführen. Die Zusammenarbeit baut auf früheren Arbeiten von Google DeepMind im Bereich multimodaler KI-Systeme auf und erweitert deren Einsatz auf die physische Robotik.

Hyundai setzt Gemini-gestützten Atlas in Fabriken ein
Die Hyundai Motor Group, Mehrheitseigentümer von Boston Dynamics, plant den Einsatz von Atlas-Robotern mit Gemini-KI an mehreren Automobilproduktionsstandorten, darunter auch in den USA. Hyundai bestätigte, dass die Roboter repetitive und körperlich anstrengende Aufgaben übernehmen sollen, etwa Materialhandling, Bauteilinspektionen und die Koordination von Arbeitsabläufen.
Der südkoreanische Automobilhersteller kündigte zudem an, die Atlas-Plattform bis 2028 schrittweise in seinem globalen Produktionsnetzwerk einzuführen. Ziel sei es, die Effizienz zu steigern, gleichzeitig Sicherheitsstandards einzuhalten und menschliche Arbeitskräfte in anspruchsvollen Umgebungen zu unterstützen.
Auf der CES ging Hyundai-Vizechef Jaehoon Chang auch auf arbeitsrechtliche Bedenken ein und betonte, dass Menschen weiterhin eine zentrale Rolle spielen werden.
„Menschen werden weiterhin benötigt, um die Roboter zu trainieren und ihre Arbeit zu überwachen“, sagte er.
Atlas als produktionsreifer Industrieroboter vorgestellt
Während der CES präsentierte Boston Dynamics die Produktionsversion von Atlas und bezeichnete sie als den leistungsfähigsten kommerziellen Roboter, den das Unternehmen bisher entwickelt hat. Der Humanoid ist über zwei Meter groß, verfügt über 56 Freiheitsgrade und kann Lasten von bis zu 50 Kilogramm heben. Er kann autonom, ferngesteuert oder per Tablet betrieben werden und lässt sich über die firmeneigene Orbit™-Softwareplattform direkt in industrielle Systeme integrieren.
„Das ist der beste Roboter, den wir je gebaut haben“, sagte Robert Playter. „Atlas wird die Art und Weise, wie Industrie arbeitet, revolutionieren und markiert den ersten Schritt auf dem Weg zu einem langfristigen Ziel, von dem wir seit unserer Kindheit träumen: nützliche Roboter, die unsere Häuser betreten und unser Leben sicherer, produktiver und erfüllter machen.“
Boston Dynamics bestätigte, dass alle Atlas-Auslieferungen für das Jahr 2026 bereits vergeben sind. Die ersten Geräte gehen an das Robotics Metaplant Application Center (RMAC) von Hyundai sowie an die Forschungsabteilung von Google DeepMind.
Gemini-KI bringt neue Intelligenz in die Fertigungsrobotik
Der neue Partner von Boston Dynamics, Google DeepMind, entwickelte das Gemini-KI-System als multimodales Modell, das visuelle, räumliche und sprachliche Daten gleichzeitig verarbeiten kann. Carolina Parada, Senior Director of Robotics bei DeepMind, erklärte, dass Gemini „besonders gut dafür geeignet ist, die physische Welt zu verstehen und daraus zu lernen“. Sie fügte hinzu:
„Die Automobilindustrie ist ein hervorragender Ausgangspunkt, aber unsere Absicht ist es ganz klar, die Anwendung auf immer mehr Bereiche auszuweiten.“
Der Ansatz von DeepMind könnte die Fabrikautomatisierung grundlegend verändern, indem Roboter in die Lage versetzt werden, situationsabhängige Entscheidungen zu treffen, die bisher Menschen vorbehalten waren. Durch die Integration von Gemini soll Atlas unerwartete Variablen wie Hindernisse oder sich verändernde Produktionslinien selbstständig bewältigen können.
Die Partnerschaft folgt auf die Einstellung des ehemaligen CTO von Boston Dynamics durch DeepMind und zeigt, dass beide Unternehmen weiterhin KI- und Robotik-Know-how eng miteinander verzahnen wollen.
Wachsende Konkurrenz im Bereich humanoider Robotik
Der Markt für humanoide Robotik entwickelt sich rasant. Mehr als ein Dutzend US-amerikanischer Unternehmen, darunter Agility Robotics, Figure AI und Tesla, arbeiten an marktfähigen humanoiden Systemen. In China, so berichtete CNBC, sind rund 200 Unternehmen in diesem Bereich aktiv. Die Zusammenarbeit zwischen Boston Dynamics und DeepMind gilt als einer der bislang fortschrittlichsten Versuche, physische Mobilität mit menschenähnlicher Wahrnehmung und Entscheidungsfindung zu kombinieren.
Da Hyundai laut Reuters plant, in einem neuen Robotikwerk in den USA künftig bis zu 30.000 Roboter pro Jahr zu produzieren, könnte die Gemini-Atlas-Partnerschaft einen Wendepunkt für den praktischen Einsatz humanoider Roboter in der globalen Industrie markieren.

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