Morgan Stanley, eine US-Investmentbank, hat die Securities and Exchange Commission (SEC) gebeten, ihr die Auflegung von zwei Kryptowährungs-Exchange-Traded-Funds (ETFs) zu erlauben, die sich auf Bitcoin und Solana konzentrieren. Dies ist ein Zeichen dafür, dass die Wall Street sich stärker in Richtung regulierter Digital-Asset-Produkte bewegt.
Morgan Stanley schlägt zwei Digital-Asset-Trusts vor
Laut den am 6. Januar eingereichten Form-S-1-Unterlagen sind der geplante Morgan Stanley Bitcoin Trust und der Morgan Stanley Solana Trust beide als passive Anlagevehikel konzipiert, die die Wertentwicklung ihrer zugrunde liegenden Vermögenswerte nachbilden. Aus den Einreichungen geht hervor, dass jeder Trust beabsichtigt, Spot-Token direkt zu halten, anstatt Derivate oder Hebel zu nutzen.
Der Morgan Stanley Bitcoin Trust zielt darauf ab, den Preis von Bitcoin abzüglich Gebühren und Kosten widerzuspiegeln. Er wird seinen Nettoinventarwert täglich anhand eines festgelegten Bitcoin-Preisbenchmarks berechnen, der aus Aktivitäten auf großen Spot-Börsen abgeleitet wird. Anteile werden von autorisierten Teilnehmern in großen Blöcken geschaffen und zurückgenommen, entweder in bar oder in Sachleistung. Privatanleger erhalten Zugang, indem sie Anteile über traditionelle Brokerage-Konten handeln.
Für den Solana Trust ist die Struktur ähnlich. Er wird den Preis von Solana nachbilden und die Token im Namen der Anleger halten. Ein geplanter Börsenticker für einen der beiden Trusts wurde bislang nicht offengelegt.
Verwahrung und strukturelle Details
Laut den Einreichungen ist Morgan Stanley Investment Management als Sponsor aufgeführt, während die CSC Delaware Trust Company als Treuhänder im Bundesstaat Delaware fungieren wird. Die Verwahrungsvereinbarungen wurden noch nicht vollständig spezifiziert, allerdings bestätigte Morgan Stanley, dass ein erheblicher Teil der privaten Schlüssel in Cold Storage aufbewahrt wird, während ein kleinerer Teil in Hot Wallets gehalten wird, um den operativen Betrieb zu erleichtern.
Morgan Stanley erklärte, dass die Trusts keinen spekulativen Handel mit den zugrunde liegenden Kryptowährungen betreiben werden. Beide Produkte sind ausschließlich darauf ausgelegt, die Marktpreise abzubilden.
Ausweitung des Zugangs für Wealth-Management-Kunden
Sollten die ETFs genehmigt werden, könnten sie regulierten Zugang zu digitalen Vermögenswerten für die rund 19 Millionen Wealth-Management-Kunden von Morgan Stanley eröffnen. Die Berater der Bank verwalten bereits einen erheblichen Teil der US-amerikanischen Renten- und Anlagekonten, was diesen Produkten ein breites potenzielles Vertriebsnetz verschafft.
Die Einreichungen stellen einen bedeutenden Schritt für Morgan Stanley dar, das den Zugang für Kunden zuvor auf Drittanbieter-Krypto-Fonds beschränkt hatte, die sich an vermögende Privatkunden richteten. Im Oktober 2025 änderte das Unternehmen seine Richtlinie, um Beratern zu erlauben, Krypto-Investitionen in 401(k)-Plänen und individuellen Rentenkonten (IRAs) anzubieten.
Kontext eines wachsenden institutionellen Trends
Der Schritt von Morgan Stanley folgt einer erneuten Dynamik bei traditionellen Finanzinstituten, die in den Markt für digitale Vermögenswerte eintreten. Die Bank of America begann am Montag damit, Vermögensberatern zu erlauben, Engagements in vier Spot-Bitcoin-ETFs zu empfehlen. Diese Änderung betrifft über 15.000 Berater in den Bereichen Merrill, Bank of America Private Bank und Merrill Edge.
Der Vermögensverwalter Vanguard ermöglichte im Dezember 2025 den Handel mit Krypto-ETFs für Kunden, während BlackRock im Dezember 2024 als erstes großes Unternehmen eine Bitcoin-Allokation von bis zu zwei Prozent empfahl.
Laut Daten von SoSoValue halten Spot-Bitcoin-ETFs inzwischen gemeinsam rund 123 Milliarden US-Dollar an Nettovermögen, was etwa 6,57 Prozent der gesamten Marktkapitalisierung von Bitcoin entspricht. Die Nettozuflüsse seit Jahresbeginn belaufen sich auf 1,1 Milliarden US-Dollar. Solana-basierte Fonds haben im Vergleich dazu nach kumulierten Zuflüssen von nahezu 800 Millionen US-Dollar Nettovermögen von über 1 Milliarde US-Dollar überschritten.
Regulatorischer Rückenwind und der Schwenk der Wall Street
Die Einreichungen erfolgen inmitten eines günstigeren regulatorischen Umfelds in den USA für digitale Vermögenswerte. Die derzeitige Regierung hat Gesetze wie den Guiding and Establishing National Innovation for US Stablecoins Act (GENIUS Act) und den Crypto Legal Accountability, Registration, and Transparency for Investors Act (CLARITY Act) verabschiedet, um die Regeln für den Kryptosektor klarer zu gestalten.
Die SEC aktualisierte zudem im September 2025 die Verfahren zur ETF-Notierung und erleichterte damit den Weg für neue rohstoff- und kryptobezogene Produkte. Diese Reform öffnete großen Finanzinstituten wie Morgan Stanley die Tür, Spot-Krypto-ETFs auf den Markt zu bringen.
In der Vergangenheit dominierten große Vermögensverwalter wie BlackRock den Markt für Krypto-ETFs. Doch als die Gebühreneinnahmen aus Spot-Bitcoin-Produkten auf Hunderte Millionen US-Dollar pro Jahr anstiegen, wuchs der finanzielle Anreiz für große US-Banken deutlich.
Morgan Stanley scheint nun in der Lage zu sein, in diesem Segment zu konkurrieren. Über sein Wealth-Management-Netzwerk kann das Institut Digital-Asset-ETFs direkt vertreiben und dabei die entsprechenden Verwaltungserträge behalten.
Diese Entwicklung unterstreicht den breiteren institutionellen Übergang hin zu integrierten Angeboten für digitale Vermögenswerte. Da mehrere führende Banken in den ETF-Markt eintreten, wird Krypto-Exposure zunehmend zu einem festen Bestandteil von US-amerikanischen Vermögensportfolios.

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