MSCI, der globale Indexanbieter, hat beschlossen, Unternehmen mit digitalen Vermögenswerten in der Treasury (Digital Asset Treasury Companies, DATCOs) mindestens für einen weiteren Überprüfungszyklus in seinen globalen Aktienindizes zu belassen. Der Schritt vermeidet einen sofortigen Ausverkauf durch indexnachbildende Fonds, bereitet jedoch den Boden für eine intensivere Debatte darüber, wie Unternehmen zu klassifizieren sind, deren Bilanzen von digitalen Vermögenswerten wie Bitcoin dominiert werden.

MSCI setzt Ausschlussplan aus, hält aber Beschränkungen aufrecht

In einer am Dienstag, dem 6. Januar 2026, veröffentlichten Mitteilung erklärte MSCI, dass der Vorschlag, DATCOs im Rahmen der Indexüberprüfung im Februar 2026 aus den MSCI Global Investable Market Indexes auszuschließen, nicht umgesetzt wird. Das Unternehmen bezeichnete dies als vorübergehende Maßnahme und stellte klar, dass es eine umfassendere Konsultation mit Fokus auf „nicht operative Unternehmen im Allgemeinen“ durchführen will.

„MSCI hat zu diesem Zeitpunkt entschieden, den Vorschlag, digitale Asset-Treasury-Unternehmen („DATCOs“) aus den MSCI Global Investable Market Indexes („MSCI-Indizes“) auszuschließen, im Rahmen der Indexüberprüfung im Februar 2026 nicht umzusetzen.“

Laut MSCI zeigte das Feedback institutioneller Investoren, dass einige DATCOs Merkmale aufweisen, die eher Investmentfonds als traditionellen operativen Unternehmen ähneln. Diese Unterscheidung bleibt zentral für die Indexkonstruktion. Die MSCI-Indizes sind darauf ausgelegt, die Wertentwicklung von Unternehmen mit laufender Geschäftstätigkeit abzubilden, nicht von reinen Investmentvehikeln.

„Das Feedback aus der Konsultation bestätigte die Sorge institutioneller Investoren, dass einige DATCOs Eigenschaften aufweisen, die Investmentfonds ähneln, welche nicht für eine Aufnahme in die MSCI-Indizes geeignet sind.“

Vorerst bleiben DATCOs, die bereits in den Indizes enthalten sind, weiterhin aufgenommen, sofern sie die übrigen Standard-Zulassungskriterien erfüllen. MSCI bestätigte jedoch mehrere Einschränkungen. Es werden keine Anpassungen an der Aktienanzahl, dem Foreign Inclusion Factor oder dem Domestic Inclusion Factor für diese Wertpapiere vorgenommen. Zudem werden Neuaufnahmen oder Größen-Segment-Migrationen aufgeschoben.

De facto frieren diese Beschränkungen das Index-Exposure der bestehenden DATCO-Bestandteile ein und verringern die Wahrscheinlichkeit zukünftiger Zuflüsse, die durch passive Index-Neugewichtungen ausgelöst würden.

Institutionelle Reaktionen spiegeln gespaltene Stimmung wider

Die Ankündigung löste rasch starke Reaktionen an den Märkten und auf sozialen Plattformen aus. Strategy, bekannt als das größte Unternehmen mit einer Digital-Asset-Treasury und bedeutender Halter von mehr als 670.000 Bitcoin, begrüßte die Entscheidung von MSCI.

„MSTR wird in den MSCI-Indizes bleiben“, sagte Michael Saylor, Executive Chair von Strategy, nach der Entscheidung. Laut dem Unternehmen stellt das Ergebnis einen Sieg für neutrales Indexing und wirtschaftliche Realität dar und verhindert unnötige Störungen für Investoren und Indexanbieter.

Auch der Investor Zynx kommentierte auf X, dass die Befürchtungen eines massiven erzwungenen Ausverkaufs übertrieben gewesen seien.

„Viele große Akteure sprachen von einer Abwärtsspirale und Milliarden an Aktienverkäufen“, sagte der Investor. „Wir können das hinter uns lassen und weiterhin auf einem starken Start ins Jahr 2026 aufbauen.“

Breitere Auswirkungen auf die Indexklassifizierung

Analyst Finch merkte an, dass das Einfrieren der Aktienanzahl und der Inklusionsanpassungen bedeutet, dass neue Emissionen keine zusätzlichen passiven Käufe durch Indexfonds auslösen werden, wodurch ein wichtiger unterstützender Faktor für solche Aktien entfällt.

In seiner Erklärung teilte MSCI mit, dass es seine Bewertung der Behandlung nicht operativer Unternehmen vertiefen will.

„Diese umfassendere Überprüfung soll Konsistenz und eine fortlaufende Ausrichtung an den Gesamtzielen der MSCI-Indizes sicherstellen, die darauf abzielen, die Wertentwicklung operativer Unternehmen zu messen und Einheiten auszuschließen, deren Haupttätigkeit investitionsorientiert ist“, erklärte das Unternehmen.

MSCI bestätigte, dass künftig weitere Kriterien, einschließlich indikatorbasierter Kennzahlen aus Finanzabschlüssen, Teil der Aufnahmeprüfung werden könnten. Die Überprüfung soll zudem klarere Grenzen zwischen Unternehmen definieren, die digitale Vermögenswerte zu strategischen Zwecken halten, und jenen, die eher als Investmentvehikel fungieren.

Vorerst behalten Unternehmen wie Strategy ihre Positionen in den globalen Benchmarks von MSCI, doch ihre langfristige Klassifizierung bleibt ungewiss. Die Entscheidung hat vorübergehend für Stabilität an den Aktienmärkten gesorgt, während der Fokus weiterhin auf der sich entwickelnden Schnittstelle zwischen Unternehmensstruktur, digitalen Vermögenswerten und Indexmethodik liegt.

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