Gesetzgeber in Rhode Island haben in dieser Woche erneut einen Gesetzesentwurf eingebracht, der die Einrichtung einer parlamentarischen Kommission zur Untersuchung von Blockchain-Technologie, Kryptowährungen und aufkommenden digitalen Vermögenswerten vorsieht. Der Vorstoß spiegelt eine anhaltende pro-Bitcoin-Dynamik innerhalb des Bundesstaates wider sowie einen breiteren Versuch, zu bewerten, wie digitale Vermögenswerte die Wirtschaft und den regulatorischen Rahmen von Rhode Island prägen könnten.

Der Senatsentwurf S 2198, eingebracht von den Senatoren Lou DiPalma, Gu, Burke, Urso, Paolino und Zurier, sieht eine fünfköpfige Kommission vor, die bestehende Gesetze von Rhode Island überprüft, deren Anwendbarkeit auf blockchainbasierte Aktivitäten bewertet und Bereiche identifiziert, die Aktualisierungen oder Klarstellungen erfordern. Der Gesetzentwurf weist die Kommission zudem an, nicht-fungible Token (NFTs) und andere Kategorien digitaler Vermögenswerte zu untersuchen.

Struktur und Aufgaben der Kommission

Die vorgeschlagene Kommission soll vom Handelsminister (Secretary of Commerce) von Rhode Island geleitet werden und den Direktor des Department of Business Regulation einschließen. Drei weitere öffentliche Mitglieder sollen die Bereiche akademische Forschung, Finanzinstitutionen und Fachwissen im Bereich des föderalen Wertpapierrechts vertreten. Diese Zusammensetzung stellt sicher, dass regulatorische, industrielle und wissenschaftliche Perspektiven in die Arbeit des Gremiums einfließen.

Die Kommission würde mindestens viermal jährlich zusammentreten und öffentlich arbeiten, wobei Ergebnisse und Materialien online veröffentlicht werden. Ein Abschlussbericht mit legislativen Empfehlungen soll bis zum 5. Januar 2028 vorgelegt werden. Die Empfehlungen sollen Innovation und wirtschaftliche Entwicklung fördern und zugleich den Verbraucherschutz gewährleisten.

Historischer Kontext und erneuter Schwung

Diese Kommission ist kein neues Konzept. Ein ähnlicher Gesetzentwurf wurde im vergangenen Jahr als S 0373 vom Senat von Rhode Island verabschiedet, scheiterte jedoch im Repräsentantenhaus unter H 5810. Das Rhode Island Bitcoin Policy Institute hob die Wiedereinbringung in sozialen Medien hervor, dankte Senator DiPalma und äußerte Optimismus hinsichtlich einer Verabschiedung in dieser Legislaturperiode, gestützt auf laufende Gespräche mit dem stellvertretenden Sprecher des Repräsentantenhauses, Ray Hull.

Befürworter verweisen auf den anhaltenden nationalen Wettbewerb zwischen den Bundesstaaten um die Ansiedlung von Blockchain-Unternehmen, Entwicklern und Investitionen. Rhode Island strebt an, Innovation mit sorgfältiger Aufsicht zu verbinden und sich als Standort für aufkommende Finanztechnologien zu positionieren.

Paralleler Vorschlag zur steuerlichen Entlastung von Bitcoin-Transaktionen

Parallel zur Studienkommission haben Gesetzgeber in Rhode Island erneut einen Gesetzentwurf eingebracht, der darauf abzielt, steuerliche Reibungen bei kleineren Bitcoin-Transaktionen zu reduzieren. Senatsentwurf S 2021 schlägt eine zeitlich befristete Befreiung von der staatlichen Einkommen- und Kapitalertragsteuer für Bitcoin-Verkäufe oder -Tauschgeschäfte bis zu 5.000 US-Dollar pro Monat vor, gedeckelt auf 20.000 US-Dollar pro Jahr. Die Maßnahme gilt sowohl für Privatpersonen als auch für in Rhode Island ansässige Unternehmen.

Der Gesetzentwurf ergänzt den Einkommensteuercode des Bundesstaates um einen neuen Abschnitt, der Bitcoin als „digitale, dezentrale Währung auf Basis der Blockchain-Technologie“ definiert. Steuerzahler könnten ihre Anspruchsberechtigung in der Steuererklärung selbst bestätigen, ohne einzelne Transaktionen melden zu müssen, müssten jedoch Unterlagen für mögliche Prüfungen aufbewahren. Bei Genehmigung würde die Steuerbefreiung am 1. Januar 2027 in Kraft treten und ein Jahr später als Pilotprogramm auslaufen. Das Department of Business Regulation würde Leitlinien zu Bewertungsmethoden und Dokumentationspflichten bereitstellen.

Frühere Blockchain-Initiativen in Rhode Island

Rhode Island untersucht die Einführung von Blockchain-Technologie in staatlichen Abläufen bereits seit mindestens 2019. Der Bundesstaat hatte zuvor Angebote von Unternehmen eingeholt, um Distributed-Ledger-Technologie für Beglaubigungen, Registrierungen, Lizenzen, Verträge und Betrugsprävention einzusetzen. Der Gesetzentwurf H 5425 zielte ebenfalls darauf ab, eine regulatorische Sandbox zu schaffen und Banklösungen speziell für Blockchain-Innovatoren zu fördern, wobei auf Herausforderungen mit bundesweit versicherten Finanzinstituten hingewiesen wurde.

Sowohl die Studienkommission als auch die Bitcoin-Steuerbefreiung spiegeln Rhode Islands umfassendere Strategie wider, Forschung, Beiträge von Interessengruppen und begrenzte Pilotprogramme zu kombinieren. Gesetzgeber hoffen, dass diese Maßnahmen Technologieunternehmen anziehen, Arbeitsplätze schaffen und die Wirtschaft des Bundesstaates diversifizieren, ohne dabei den Verbraucherschutz zu gefährden.

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