Eine US-amerikanische Krypto-Politikgruppe drängt Gesetzgeber dazu, die Art und Weise zu überarbeiten, wie digitale Vermögenswerte besteuert werden, und argumentiert, dass bestehende Regeln unnötige Meldebelastungen für alltägliche Nutzer schaffen, während zentrale Bereiche der Branche ohne klare Behandlung bleiben.

Die Vorschläge kommen zu einem Zeitpunkt, an dem der Kongress weiterhin an Krypto-Gesetzgebung arbeitet, die definieren könnte, wie digitale Vermögenswerte in den Vereinigten Staaten besteuert, gemeldet und reguliert werden.

Branchenverband skizziert Steueränderungen

Die Blockchain Association veröffentlichte diese Woche eine Reihe politischer Empfehlungen und bestätigte, dass sie sich mit Abgeordneten des Repräsentantenhauses getroffen hat, die an der Ausarbeitung eines Krypto-Steuergesetzes beteiligt sind.

Zu den zentralen Vorschlägen der Gruppe gehört es, Stablecoins als Bargeldäquivalente zu behandeln, wenn sie für routinemäßige Käufe verwendet werden, sowie eine De-minimis-Ausnahme für kleine Krypto-Transaktionen einzuführen.

Nach Angaben der Organisation zwingt das derzeitige Melderahmenwerk Nutzer dazu, selbst geringfügige Gewinne oder Verluste auch bei alltäglichen Zahlungen nachzuverfolgen.

„Die Steuerberichterstattung für vernachlässigbare Gewinne oder Verluste aus routinemäßigen Transaktionen verursacht unverhältnismäßige Kosten für Einzelpersonen und überlastet die Steuerverwaltung ohne nennenswerten Einnahmezuwachs“, erklärte die Gruppe in ihrer politischen Stellungnahme.

Der Verband unterstützte außerdem die Anwendung von Wash-Sale-Regeln auf digitale Vermögenswerte. Nach solchen Regeln würden Anleger daran gehindert, Verluste geltend zu machen, wenn sie denselben Vermögenswert innerhalb eines festgelegten Zeitraums erneut erwerben.

Die Gesetzgeber debattieren weiterhin darüber, ob Krypto-Vermögenswerte derselben steuerlichen Behandlung unterliegen sollten wie Aktien und andere Finanzinstrumente.

Vorschlag zur Besteuerung von Mining und Staking

Eine weitere zentrale Empfehlung betrifft die Art und Weise, wie Mining- und Staking-Belohnungen besteuert werden.

Die Blockchain Association argumentiert, dass neu geschaffene Token als selbst geschaffene Vermögenswerte behandelt und erst dann besteuert werden sollten, wenn sie verkauft oder anderweitig veräußert werden, anstatt bereits zum Zeitpunkt ihres Erhalts.

Branchenvertreter haben seit Langem argumentiert, dass die Besteuerung von Belohnungen zum Zeitpunkt ihrer Entstehung buchhalterische Komplikationen verursacht, insbesondere wenn die Tokenpreise schwanken.

Die Gruppe erklärte außerdem, dass Steuerberichtsregeln für digitale Vermögenswerte den Schutz der Privatsphäre der Steuerzahler gewährleisten sollten, während sie den Behörden weiterhin ermöglichen, mit Kryptowährungen verbundene illegale Aktivitäten zu untersuchen.

Anfang dieses Monats teilte die Organisation mit, dass sie sich auch mit Vertretern des Weißen Hauses getroffen habe, um Marktstruktur-Gesetzgebung zu erörtern, die Bestimmungen im Zusammenhang mit Stablecoin-Belohnungen enthält.

Politische Spaltung über Krypto-Steuerbefreiungen

Die Debatte über die Besteuerung von Kryptowährungen hat in Washington bereits klare politische Fronten gezogen.

Die republikanische Senatorin Cynthia Lummis brachte im Juli ein Gesetz ein, das Ausnahmen für bestimmte Krypto-Transaktionen enthielt. Einige der Vorschläge stimmen mit den Empfehlungen der Blockchain Association überein.

„Um unseren Wettbewerbsvorteil zu erhalten, müssen wir unser Steuersystem ändern, um unsere digitale Wirtschaft zu unterstützen und nicht die Nutzer digitaler Vermögenswerte zu belasten“, sagte Lummis.

Die demokratische Senatorin Elizabeth Warren hat mehrere dieser Ideen abgelehnt, insbesondere die vorgeschlagene Ausnahme für kleinere Transaktionen.

Warren argumentierte, die Maßnahme könnte die Bundes­einnahmen um etwa 5,8 Milliarden US-Dollar verringern, und stellte infrage, warum Krypto-Geschäfte anders behandelt werden sollten als andere Vermögenswerte.

„Wenn jemand Gold im Wert von 300 Dollar oder Apple-Aktien im Wert von 300 Dollar gekauft hätte, müssten sie dann Einkünfte aus diesen Transaktionen melden?“, sagte sie.

Steuerpolitik wird zu einem globalen Schwerpunkt

Während US-Gesetzgeber neue Regeln debattieren, überdenken auch andere Rechtsordnungen, wie digitale Vermögenswerte besteuert und klassifiziert werden sollten.

In Japan bereiten Regulierungsbehörden Reformen vor, die ändern würden, wie große Kryptowährungen unter dem Finanzrecht behandelt werden, und die die auf Krypto-Gewinne angewandten Steuersätze senken könnten. Beamte haben angedeutet, dass die Änderungen ab 2026 Gestalt annehmen könnten, als Teil eines umfassenderen Plans zur Integration digitaler Vermögenswerte in bestehende Finanzrahmen.

Regierungen in mehreren Ländern prüfen, ob Steuerregeln, die für traditionelle Vermögenswerte konzipiert wurden, weiterhin für Kryptomärkte geeignet sind, die rund um die Uhr operieren und häufige Transaktionen beinhalten.

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