Die Steuerbehörde Südkoreas hat damit begonnen, eine technologische Infrastruktur aufzubauen, um eine lange verzögerte Kryptowährungssteuerpolitik durchzusetzen. Der National Tax Service (NTS) des Landes hat ein Beschaffungsverfahren für ein System eröffnet, das entwickelt wurde, um Digital-Asset-Transaktionen zu verfolgen und potenzielle Steuerhinterziehung zu erkennen.
Laut Berichten von The Korea Times ist die Initiative Teil der Vorbereitungen für die geplante Besteuerung von Gewinnen aus Kryptowährungsinvestitionen durch die Regierung, deren Beginn für Januar 2027 geplant ist.
NTS startet Beschaffung für Krypto-Überwachungssystem
Der NTS bestätigte, dass er eine Ausschreibung eröffnet hat, um eine integrierte Plattform aufzubauen, die in der Lage ist, Virtual-Asset-Transaktionen für steuerliche Zwecke zu analysieren. Das Projekt hat ein geschätztes Budget von etwa 3 Milliarden südkoreanischen Won, ungefähr 2 Millionen Dollar.
Die Ausschreibung erschien auf der elektronischen Beschaffungsplattform, die vom Public Procurement Service betrieben wird, welcher staatliche Vertragsvergaben für Waren und Dienstleistungen verwaltet.
Es wird erwartet, dass ein Auftragnehmer ausgewählt und ein Vertrag innerhalb des Monats März abgeschlossen wird. Die Entwicklung wird kurz danach beginnen.
Die Behörde erklärte, dass das System es den Behörden ermöglichen wird, große Mengen an Kryptowährungs-Transaktionsdaten zu verarbeiten. Die Plattform wird Audits unterstützen und helfen, mögliche Fälle von Steuerhinterziehung im Zusammenhang mit Digital-Asset-Handel zu identifizieren.
„Es wird erwartet, dass es unserem Ziel dient, ab 2027 Transaktionsdaten zu virtuellen Vermögenswerten von Einzelpersonen zu sammeln“, sagte der NTS, laut The Korea Times.
KI wird Transaktionsmuster analysieren
Das geplante System wird sich auf künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen stützen, um Transaktionsverhalten über Kryptowährungsmärkte hinweg zu untersuchen.
Die Technologie soll ungewöhnliche Transaktionstypen und Muster erkennen. Solche Muster können auf nicht deklarierte Einkommen oder Versuche zur Steuervermeidung hinweisen.
Die Steuerbehörde erklärte, dass die Plattform große Datensätze systematisch verwalten und analysieren wird, die durch Krypto-Handelsaktivitäten generiert werden.
Beamte glauben, dass automatisierte Analyse die Aufsicht verbessern wird, im Vergleich zu manuellen Überprüfungen von Handelsaufzeichnungen.
Der NTS beabsichtigt außerdem, Analyseergebnisse mit anderen Regierungsbehörden zu teilen. Zu den im Bericht genannten Behörden gehören der Korea Customs Service, das Ministry of Data and Statistics und die Bank of Korea.
Diese Behörden können Transaktionsanalysedaten und Listen mutmaßlicher Täter erhalten, wenn Untersuchungen eine Zusammenarbeit zwischen Behörden erfordern.
Entwicklungszeitplan zielt auf Start Ende 2026
Die Steuerbehörde hat einen mehrstufigen Entwicklungsplan für die Plattform skizziert.
Sobald der Auswahlprozess des Auftragnehmers abgeschlossen ist, wird das Systemdesign im April beginnen. Ingenieure werden technische Entwicklung und Tests im Laufe des Jahres durchführen.
Die Behörden planen, im November ein Pilotprogramm zu beginnen. Der Testzeitraum wird es der Steuerbehörde ermöglichen, die Fähigkeit des Systems zu überprüfen, Transaktionsaufzeichnungen zu analysieren und verdächtige Aktivitäten zu markieren.
Beamte erwarten, dass die Plattform zwischen November und Dezember 2026 vollständig betriebsbereit sein wird.
Der Zeitplan setzt die Überwachungsinfrastruktur kurz vor dem Inkrafttreten des Kryptowährungs-Steuerrahmens in Betrieb.
Südkorea bereitet sich auf lange verzögerte Umsetzung der Krypto-Steuer vor
Die Kryptowährungssteuerpolitik Südkoreas hat seit der Genehmigung durch Gesetzgeber im Jahr 2020 wiederholte Verzögerungen erlebt.
Regierungsbeamte und Gesetzgeber diskutierten in den letzten Jahren mehrmals über Zeitpläne für die Umsetzung. Industriegruppen äußerten Bedenken über Steuerfreibeträge und Compliance-Anforderungen. Politische Diskussionen führten zu mehreren Verschiebungen der Politik.
Im Jahr 2024 diskutierten Gesetzgeber, ob die Steuer im Jahr 2025 eingeführt oder erneut verschoben werden soll. Die Regierung setzte später Januar 2027 als erwartetes Startdatum fest, wie HODLFM zuvor berichtete.
Nach dem aktuellen Plan werden Gewinne aus Kryptowährungsinvestitionen über 2,5 Millionen südkoreanische Won pro Jahr besteuert. Der kombinierte Steuersatz wird 22 Prozent erreichen.
Dieser Satz besteht aus einer 20-prozentigen nationalen Einkommenssteuer und einer 2-prozentigen lokalen Einkommenssteuer.
Sobald die Steuerregeln in Kraft treten, sollte die neue Überwachungsplattform bei der Durchsetzung helfen.
Durchsetzungsinstrumente signalisieren stärkere Aufsicht über Kryptomärkte
Der NTS erklärte, dass eine systematische Analyse von Transaktionsdaten den Behörden helfen wird, versteckte Einkommen unter säumigen Steuerzahlern zu entdecken.
Die Plattform soll bei Steuerprüfungen helfen und Einkommen aus Kryptowährungshandel finden, die Steuerzahler nicht melden.
Südkorea bleibt einer der aktivsten Kryptowährungsmärkte Asiens, mit starker Beteiligung von Privatinvestoren. Der wachsende Umfang der Handelsaktivitäten hat den Druck auf Regulierungsbehörden erhöht, Aufsichtsmechanismen zu stärken.
Die Beschaffungsausschreibung stellt einen konkreten Schritt zum Aufbau der Durchsetzungsinstrumente dar, die für den kommenden Steuerrahmen erforderlich sind.

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