Der Krypto-Ermittler ZachXBT hat erneut für Aufsehen gesorgt – diesmal, indem er einen der meistdiskutierten Trader auf Hyperliquid als verurteilten britischen Betrüger entlarvt hat. In einem detaillierten Enthüllungsbericht, veröffentlicht am 20. März, verknüpfte ZachXBT den risikofreudigen Trader mit dem Pseudonym „MELANIA“ (bzw. @qwatio auf X) mit William Parker, einem britischen Staatsbürger mit einer zwielichtigen Vergangenheit, die sich über mehr als ein Jahrzehnt erstreckt.

Zwischen Januar und März sorgte Parker – oder zumindest der Trader, der als solcher identifiziert wurde – für Schlagzeilen, nachdem er fast 20 Millionen US-Dollar durch gehebelte Trades auf Hyperliquid verdient hatte. Doch was zunächst wie ein spektakulärer Erfolg im Hochrisikohandel aussah, könnte Teil eines größeren Betrugsmusters sein.

ZachXBTs Methode war dabei altbewährt: Blockchain-Aktivitäten nachverfolgen, Identitäten abgleichen, digitale Spuren entwirren. Diesmal führte die Fährte über Binance, Roobet, Alphapo und mehrere auf Solana basierende Glücksspielplattformen.

Der Ermittler markierte eine Wallet-Adresse, die mit Parker in Verbindung steht und die 17.100 US-Dollar von Phishing-Opfern erhalten hatte. Dieselbe Adresse war zuvor bereits als sogenannte „Drainer Fee“-Wallet gekennzeichnet worden – ein Typ Wallet, der häufig bei Phishing-Angriffen zur Sammlung gestohlener Mittel verwendet wird. Der endgültige Beweis? Eine vom Trader genutzte Wallet (0xe4d3) war mit einer britischen Telefonnummer registriert – auf den Namen William Parker.

Eines der eng verfolgten Konten Parkers, CryptxxCatalyst, war in Phishing-Kreisen bereits bekannt. Noch belastender: Aufzeichnungen aus Januar 2025 zeigen, dass er angeblich ein Casinospiel manipulierte, während er weiterhin Phishing-Opfer ins Visier nahm.

Das Alias-Spiel: Peckover, Packover, Parker

Wenn Ihnen der Name William Parker nichts sagt, liegt das vielleicht daran, dass er unter mehreren Identitäten aufgetreten ist. Vor „Parker“ nannte er sich William Peckover, davor Alistair Packover. Jede Identität brachte ihren eigenen Skandal mit sich. In den frühen 2010er Jahren stand er in Großbritannien wegen hackerbezogener Betrugsdelikte in den Schlagzeilen, 2023 wurde er von den finnischen Behörden wegen Diebstahls von einer Million US-Dollar aus zwei Casinos verurteilt.

ZachXBT fasste es treffend zusammen:

Es ist offensichtlich, dass WP/AP über die Jahre nichts dazugelernt hat – trotz Gefängnisstrafe wegen Betrugs – und wahrscheinlich weiterhin spielt und betrügt.

Öffentliche Zurückweisung und eine staubige Verteidigung

Nach den Anschuldigungen äußerte sich Parker über X und wies die Vorwürfe von ZachXBT zurück.

Er sprach dabei von „Dusting“ – einer Technik, bei der winzige Mengen Kryptowährung an eine Wallet geschickt werden, um sie möglicherweise mit illegalen Aktivitäten in Verbindung zu bringen. Diese Methode ist zwar bekannt, hält jedoch kaum stand gegenüber ZachXBTs detaillierter Analyse, die Transaktionsmuster, verknüpfte Adressen und Telegram-Handles einbezog, die mit Casino-Auszahlungen in Zusammenhang stehen.

Trotz Parkers Dementi sind die Beweise kaum zu ignorieren. Laut Arkham Intelligence hält eine mit ihm verbundene Wallet immer noch über 23 Millionen US-Dollar in digitalen Assets – von denen einige nun wohl stärker unter Beobachtung stehen dürften.

Warum das wichtig ist

ZachXBTs Ermittlungen werfen immer wieder einen schonungslosen Blick hinter die Fassade der Krypto-Welt. Während sich die Branche zunehmend um Mainstream-Legitimität bemüht, zeigen Fälle wie dieser, dass Betrüger weiterhin unter Pseudonymen, Avataren und frischen Aliasnamen agieren.

Und im Fall von William Parker – alias MELANIA – deuten die Verhaltensmuster darauf hin: Ganz gleich, wie hoch die Gewinne oder wie oft die Identität gewechselt wird – die Vergangenheit holt einen irgendwann ein.

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