Die US-amerikanische Securities and Exchange Commission (SEC) deutet eine grundlegende Änderung in ihrem Ansatz zur Regulierung digitaler Vermögenswerte an und könnte möglicherweise den umstrittenen Vorschlag des ehemaligen Vorsitzenden Gary Gensler zur Verschärfung der Verwahrungsregeln für Krypto-Vermögenswerte überarbeiten oder sogar aufgeben.
Unter der Leitung von Gensler hatte die SEC strengere Aufsichtsmaßnahmen vorangetrieben und gefordert, dass Anlageberater die Krypto-Bestände ihrer Kunden bei von der Bundesregierung zugelassenen Verwahrstellen wie Banken oder Treuhandgesellschaften aufbewahren. Der amtierende SEC-Vorsitzende Mark Uyeda deutet nun jedoch an, dass dieser Ansatz aufgrund von Bedenken aus der Branche überdacht werden könnte.
Bei einer Investorenkonferenz in San Diego betonte Uyeda den breiten Umfang des ursprünglichen Vorschlags und erkannte an, dass dessen Umsetzung in der ursprünglich geplanten Form „erhebliche Herausforderungen“ mit sich bringen könnte. Infolgedessen hat er das SEC-Personal angewiesen, mit der Krypto-Taskforce der Behörde zusammenzuarbeiten, um Alternativen zu prüfen, einschließlich der Möglichkeit, die Regel vollständig zurückzuziehen.
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— Kenny Nguyen (@mrnguyen007) March 17, 2025
Acting SEC chair Uyeda directs staff to reexamine proposed crypto custody rule. 📃 🪙 🇺🇸 pic.twitter.com/dSsSZgTUsq
Eine umfassendere Neubewertung der Krypto-Regulierung
Diese Überprüfung ist Teil einer größeren Änderung der Haltung der SEC zur Krypto-Regulierung seit der Rückkehr von Donald Trump in das Präsidentenamt. Unter der Biden-Administration verfolgte die SEC unter Gensler einen strikten, durchsetzungsorientierten Ansatz, bei dem häufig gegen Krypto-Unternehmen vorgegangen wurde und regulatorische Definitionen ausgeweitet wurden, um mehr Akteure unter die Aufsicht der SEC zu bringen.
Unter Trumps Führung überprüfen Uyeda und sein Team nun diese Maßnahmen erneut. Zu den wichtigsten Änderungen gehören:
- Überprüfung der Definition von „Börsen“: Die SEC erwägt, ob Krypto-Entitäten, die Transaktionen erleichtern, als Börsen eingestuft werden sollten, und könnte eine Regel zurücknehmen, die sie zusätzlicher Regulierung unterworfen hätte.
- Einstellung von Durchsetzungsmaßnahmen: In einem dramatischen Kurswechsel hat die SEC ihre Rechtsstreitigkeiten gegen große Krypto-Unternehmen wie Binance, Kraken und Coinbase eingestellt, was auf eine kooperativere regulatorische Haltung hindeutet.
- Aufhebung von SAB 121: Die SEC hat das Staff Accounting Bulletin 121 (SAB 121) widerrufen, eine Regel, die Unternehmen verpflichtete, Krypto-Vermögenswerte als Verbindlichkeiten in ihren Bilanzen auszuweisen.
Eine bedeutende Initiative unter dieser neuen Ausrichtung ist die Gründung einer speziellen Krypto-Taskforce, die von der langjährigen Branchenbefürworterin und SEC-Kommissarin Hester Peirce – oft als „Crypto Mom“ bezeichnet – geleitet wird. Ziel dieser Taskforce ist es, den Dialog mit der Krypto-Branche zu fördern, anstatt durch Durchsetzung zu regulieren.
Die erste öffentliche Veranstaltung dieser Gruppe, eine Diskussionsrunde mit dem Titel „Wie wir hierher gekommen sind und wie wir herauskommen – Definition des Sicherheitsstatus“, ist für Freitag angesetzt. Die Sitzung soll langjährige Bedenken hinsichtlich der Einstufung von Krypto-Vermögenswerten als Wertpapiere durch die SEC ansprechen und regulatorische Rahmenbedingungen erkunden, die besser mit den Bedürfnissen der Branche übereinstimmen.
Was dies für die Krypto-Industrie bedeutet
Für Krypto-Unternehmen und Investoren deuten diese Entwicklungen auf ein günstigeres regulatorisches Umfeld in den kommenden Jahren hin. Genslers aggressiver Ansatz sorgte für Unsicherheit, sodass es für Unternehmen schwierig war, die Compliance-Anforderungen einzuhalten, ohne rechtlichen Risiken ausgesetzt zu sein. Uyedas Führung hingegen scheint auf eine verstärkte Zusammenarbeit mit der Branche abzuzielen, wodurch die regulatorischen Risiken verringert werden, die die Branche belastet haben.
Ob die Verwahrungsregel für Krypto-Vermögenswerte vollständig zurückgezogen oder lediglich überarbeitet wird, bleibt abzuwarten. Doch die jüngsten Maßnahmen der SEC deuten auf eine erhebliche Abkehr von der strengen Aufsicht der vorherigen Administration hin. Da Klagen eingestellt, regulatorische Rahmenbedingungen neu bewertet und der direkte Austausch mit der Branche intensiviert werden, könnte die Krypto-Branche endlich ein konstruktiveres regulatorisches Umfeld erleben.

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