OKX, eine der weltweit führenden Kryptowährungsbörsen, hat vorübergehend ihren dezentralen Börsenaggregator (DEX) ausgesetzt, aufgrund zunehmender Sicherheitsbedenken. Die Börse kündigte diese Entscheidung am Sonntag an und verwies auf die Notwendigkeit, Probleme mit der Blockchain-Kennzeichnung zu lösen und Sicherheitsmaßnahmen zu verbessern, um bösartige Aktivitäten zu verhindern.

Dieser Schritt erfolgt in einer turbulenten Zeit für OKX, da die Börse unter Beobachtung steht wegen ihrer möglichen Rolle bei der Geldwäsche im Zusammenhang mit einem kürzlichen 1,5 Milliarden US-Dollar schweren Bybit-Hack und anhaltenden regulatorischen Herausforderungen in der Europäischen Union.

Warum OKX seinen DEX-Aggregator pausierte

Laut OKX ist die Pause eine direkte Reaktion auf erkannte Sicherheitsbedrohungen, einschließlich Angriffen der Lazarus Group, einer nordkoreanischen Hackergruppe, die für Angriffe auf Finanzplattformen bekannt ist. Darüber hinaus meldete OKX eine Zunahme von „wettbewerbsorientierten Angriffen“, die darauf abzielen, ihre Dienstleistungen zu untergraben.

Um diesen Bedrohungen entgegenzuwirken, hat die Börse neue Sicherheitsmaßnahmen eingeführt, darunter:

  • Ein Erkennungssystem für Hacker-Adressen, um verdächtige Transaktionen zu markieren
  • Eine Sperrmechanismus für Adressen, die mit bekannten Bedrohungen in Verbindung stehen
  • Verbesserte Blockchain-Kennzeichnung, um Transaktionen besser nachzuverfolgen

Haider Rafique, OKX’s Global CMO, verteidigte die Entscheidung des Unternehmens mit den Worten:

Wir haben Gelder, die zu unserer CEX transferiert wurden, eingefroren und neue Funktionen eingeführt, um Hacker-Adressen daran zu hindern, unsere DEX- oder Wallet-Dienste zu nutzen.

Die DEX-Dienste von OKX gerieten besonders unter Druck, nachdem Bybit-CEO Ben Zhou enthüllte, dass etwa 100 Millionen US-Dollar (40.233 ETH) aus dem historischen Bybit-Hack über OKX’s Web3-Plattform geflossen sind. Diese Enthüllung hat Bedenken hinsichtlich OKX’s Fähigkeit aufgeworfen, illegale Geldtransfers zu verhindern.

Im Januar stahlen Hacker 1,5 Milliarden US-Dollar in Ethereum (ETH) und verwandten Token von Bybit, was als einer der größten Krypto-Diebstähle der Geschichte gilt. Untersuchungen legen nahe, dass die Lazarus Group hinter dem Angriff steckt, der angeblich durch einen kompromittierten Entwickler-Laptop ausgeführt wurde.

OKX hat jegliches Fehlverhalten zurückgewiesen, doch die Entscheidung, seinen DEX-Aggregator zu pausieren, scheint ein proaktiver Schritt zu sein, um das Vertrauen wiederherzustellen und weiteren Anschuldigungen vorzubeugen.

Neben Sicherheitsbedrohungen sieht sich OKX auch mit regulatorischer Kontrolle durch die Europäische Union (EU) konfrontiert. Ein Bloomberg-Bericht vom 11. März behauptete, dass EU-Regulierungsbehörden untersuchen, ob die Web3-Dienste von OKX mit der MiCA-Verordnung (Markets in Crypto-Assets) konform sind.

OKX wies diese Behauptungen als „irreführend“ zurück und betonte sein Engagement für die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften. Das Unternehmen erklärte zudem, dass Gespräche mit Regulierungsbehörden eine Rolle bei der Entscheidung gespielt haben, den DEX-Aggregator vorübergehend auszusetzen.

OKX’s rechtliche Probleme in den USA

Zusätzlich zu seinen regulatorischen Herausforderungen in Europa hat OKX kürzlich eine Einigung mit dem US-Justizministerium (DOJ) erzielt. Im Februar bekannte sich sein Tochterunternehmen Aux Cayes FinTech Co. Ltd schuldig, ohne Geldtransmitter-Lizenz operiert und Anti-Geldwäsche-Vorschriften nicht eingehalten zu haben.

Im Rahmen des Vergleichs erklärte sich OKX bereit, über 500 Millionen US-Dollar an Strafen zu zahlen, darunter:

  • 420,3 Millionen US-Dollar an eingezogenen Geldern von US-Kunden
  • 84,4 Millionen US-Dollar an strafrechtlichen Geldstrafen

Das DOJ beschuldigte OKX, gegen US-Vorschriften verstoßen zu haben, indem es aktiv amerikanische Kunden ansprach, ohne angemessene Compliance-Maßnahmen umzusetzen.

Die Aussetzung des DEX-Aggregators von OKX hat bei Nutzern, die auf dezentrale Handelsplattformen für Anonymität und Sicherheit angewiesen sind, Besorgnis ausgelöst. OKX versicherte jedoch der Community, dass diese Maßnahmen nur vorübergehend seien und darauf abzielten, die Widerstandsfähigkeit der Plattform gegenüber Cyberbedrohungen zu verbessern.

Bis auf Weiteres müssen Nutzer alternative DEX-Plattformen erkunden, doch OKX bleibt entschlossen, seinen Aggregator nach Abschluss der Sicherheitsverbesserungen wieder einzuführen.

Da sich die Krypto-Branche mit zunehmenden Cyberbedrohungen und regulatorischen Herausforderungen auseinandersetzt, stehen Börsen wie OKX unter Druck, Dezentralisierung und Sicherheit in Einklang zu bringen. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob OKX das Vertrauen der Nutzer zurückgewinnen kann und sich in der komplexen regulatorischen Landschaft ohne weitere Unterbrechungen zurechtfindet.

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